Bettina Mönch; (c) Jan Frank

05.02.2025 - Metronom Theater/ Oberhausen

ELISABETH - Das Musical
On Tour

Das gefeierte Erfolgsmusical ELISABETH von Michael Kunze und Sylvester Levay erobert erneut die Bühne im Metronom Theater Oberhausen – diesmal in der renommierten Schönbrunn-Version. Dabei wird das große Orchester direkt auf der Bühne platziert, während die szenischen Elemente dezent eingesetzt werden, was der Aufführung eine besonders intime und intensivere Atmosphäre verleiht.

In der Hauptrolle der Kaiserin Elisabeth begeistert Bettina Mönch, während Lukas Mayer als Tod die Bühne beherrscht. Robin Reitsma verkörpert den intriganten Lucheni und Kaiser Franz Joseph wird von Lander van Nuffelen dargestellt.

Die Schönbrunn-Version von ELISABETH legt ihren Fokus stärker auf die emotionale Tiefe und musikalische Intensität des Stücks und das historische Drama um das Leben der Kaiserin und die tragischen Konflikte, die sie prägten.

Die Premiere in Oberhausen war ein voller Erfolg. Das Ensemble und das Orchester entführten das Publikum in die Welt der Kaiserin Elisabeth und begeisterten mit einer ergreifenden Darbietung.

Das Bühnenbild ist bewusst schlicht gehalten: Ein imposanter Türrahmen steht im Zentrum, begleitet von einem Orchester auf der linken und rechten Seite der Bühne. Im Hintergrund gibt es einen kleinen Balkon und vor dem Orchester ist eine kleine Bühne aufgebaut. Die Wand im Hintergrund wird mit Projektionen beleuchtet, welche die Stimmung der jeweiligen Szenen verstärken – mal düster, mal farbenprächtig und surreal. Der Türrahmen fungiert als zentrales Symbol. Er bildet den Rahmen des gesamten Stücks, das mit dem Tod von Lucheni und seiner symbolischen Erhängung eröffnet wird und mit dem Ende von Elisabeths Leben seinen dramatischen Höhepunkt erreicht.

Die schlichte Gestaltung der Bühne fordert umso mehr von den Darsteller:innen. Diese müssen durch ihre schauspielerischen Fähigkeiten und kraftvollen Gesangsdarbietungen das Publikum mitreißen und die emotionale Tiefe der Geschichte vermitteln. Besonders im zweiten Akt gelingt es dem Ensemble, das Publikum zu packen und in den Bann der Tragödie zu ziehen.

Bettina Mönch überzeugt als Sisi mit einer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz. Ihre Lieder wie „Ich gehör nur mir“, „Wenn ich tanzen will“ und „Boote in der Nacht“ gehen unter die Haut und lassen das Publikum in die emotionale Welt der Kaiserin eintauchen.

Lukas Mayer; (c) Jan Frank

Lukas Mayer als Tod fasziniert mit seiner mächtigen Stimme und eindrucksvollen Präsenz. In seinen Duetten mit Sisi, etwa bei „Wenn ich tanzen will“, sowie in seinen Solo-Stücken wie „Der letzte Tanz“, zieht er das Publikum in seinen Bann. Mit seinem weißen Anzug und den blonden Locken wirkt er eher wie ein Engel als der Tod und doch ist seine kühle, berechnende Seite jederzeit spürbar.

Lander van Nuffelen brilliert als Franz Joseph, der innerlich zwischen seiner Liebe zu seiner Frau und den politischen Anforderungen seines Amtes zerrissen ist. Besonders beeindruckend ist seine Darbietung von „Boote in der Nacht“, dass er im Duett mit Bettina Mönch singt – ein weiteres Glanzlicht der Aufführung.

Eobin Reitsma; (c) Elindo Avastia

Robin Reitsma, der als Lucheni die Rolle des Erzählers und Drahtziehers übernimmt, fesselt das Publikum nicht nur durch seine schauspielerische Präsenz, sondern auch durch seine einprägsamen Lieder wie „Kitsch“ und „Milch“.

Die Kostüme und das Lichtdesign sind hervorragend gewählt und tragen wesentlich zur Atmosphäre des Stückes bei. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung von Elisabeths Kostümen: Zu Beginn des Stücks trägt sie opulente Kleider, doch im Verlauf der Handlung werden ihre Gewänder immer schlichter und düsterer. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung ihres Todes – während sie stirbt, zieht sie ihre schwarze Tracht aus und strahlt in einem weißen Kleid, das ihre Befreiung von den Lasten ihres Lebens verkörpert.

Insgesamt handelt es sich um eine außergewöhnliche Inszenierung von ELISABETH, die trotz der kleinen Bühnenkulisse die Zuschauer mit ihrer emotionalen Tiefe und musikalischen Kraft mitreißt.

Das Stück wird in Oberhausen wieder vom 15. April bis 11. Mai 2025 gespielt.

5 von 6 Sternen: ★★★★★
                          Kritik: Verena Bartsch; Stage-Fotos: ZhengTianran

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