Bernhard Aichner (Autor) 
01. TOTENFRAU - Die Rückkehr
Ungekürzte Lesung mit Wolfram Koch

Produktion: Der Audio Verlag (DAV)
Vetrieb: Der Audio Verlag
Dauer: 9 Std. 38 Min.
Alter: ab 16 Jahren
VÖ: 17. September 2026 auf MP3-CD und Download:
ISBN (MP3-CD): 978-3-7424-4197-3

Ein Leben auf der Flucht vor der eigenen Vergangenheit. Bernhard Aichner führt seine kompromisslose Protagonistin zurück in einen Strudel aus Gewalt, Schuld und Selbstbehauptung. Die Hörbuchfassung gewinnt durch Wolfram Kochs nuancierte Lesung zusätzlich an Spannung.

Die Story:
Zehn Jahre sind vergangen, seit Brünhilde Blum zum letzten Mal getötet hat. Die ehemalige Bestatterin, deren Leben von Verlust, Gewalt und folgenreichen Entscheidungen gezeichnet ist, lebt inzwischen mit ihrem Partner Reza auf einer Yacht vor der kroatischen Küste. Mit Segeltörns und Charterausflügen zu den umliegenden Inseln bestreiten die beiden ihren Lebensunterhalt. Das Leben auf dem Meer verspricht Abstand zu allem, was hinter ihnen liegt, und die Chance auf einen Neuanfang. Doch die Ruhe ist trügerisch.
Als ein Gast an Bord stirbt, gerät das mühsam aufgebaute Leben aus den Fugen. Blum muss ihre Identität schützen und sieht sich gezwungen, zu Mitteln zu greifen, die sie längst hinter sich gelassen glaubte. Was zunächst wie ein Versuch erscheint, die eigene Existenz zu sichern, entwickelt sich zu einer bedrohlichen Situation mit weitreichenden Folgen.
Auch Reza und die Familie bleiben von der Eskalation nicht verschont. Als die gemeinsamen Kinder in Gefahr geraten, verschärft sich der Konflikt. Blum handelt aus dem Bedürfnis heraus, ihre Familie zu schützen und die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen. Doch je entschlossener sie sich gegen die Bedrohung zur Wehr setzt, desto deutlicher zeigt sich, wie wenig sie sich von ihrer Vergangenheit gelöst hat. Der erhoffte Neuanfang droht an jenen Verhaltensmustern zu scheitern, die ihr einst das Überleben ermöglicht haben.

Mit Totenfrau – Die Rückkehr führt Bernhard Aichner seine ebenso faszinierende wie verstörende Protagonistin in eine neue Lebensphase. Der grundlegende Widerspruch ihrer Figur bleibt dabei bestehen. Blum sehnt sich nach Normalität, ist aber jederzeit bereit, Gewalt einzusetzen, wenn sie ihre Existenz oder ihre Familie bedroht sieht. Ihre Entscheidungen bewegen sich in einer moralischen Grauzone, in der sich Schutzinstinkt und Selbstjustiz kaum voneinander trennen lassen.

Gerade diese Ambivalenz macht den Reiz der Figur aus. Blum ist keine klassische Heldin, aber auch nicht auf die Rolle einer Täterin zu reduzieren. Ihre Handlungen sind von Angst, Entschlossenheit und dem Willen zur Selbstbehauptung geprägt. Zugleich stellt sich die Frage, ob der Schutz der eigenen Familie tatsächlich jedes Mittel rechtfertigt. Aichner lässt diesen Widerspruch bestehen, statt ihn vorschnell aufzulösen. Daraus bezieht der Thriller einen wesentlichen Teil seiner Spannung.

Auch der Schauplatz ist mehr als eine atmosphärische Kulisse. Die Yacht vor der kroatischen Küste steht zunächst für Freiheit und Distanz, für ein Leben jenseits der Zwänge und Verstrickungen der Vergangenheit. Doch der begrenzte Raum an Bord wird zunehmend zum Ort der Konfrontation. Während das Meer Weite und Unabhängigkeit suggeriert, verdichten sich die Konflikte. Blum mag sich räumlich von ihrem früheren Leben entfernt haben, innerlich bleibt sie an dieses gebunden. Die Vorstellung, eine neue Identität könne die alte einfach ersetzen, erweist sich als brüchig.

Aichners Erzählweise ist auf Handlung und Dialog konzentriert. Die Ereignisse treiben die Geschichte voran, die Bedrohung nimmt zu, und Blums Entscheidungen eröffnen neue Konflikte, deren Folgen sich kaum abschätzen lassen. Dabei geht es nicht allein darum, wie sich die Handlung weiterentwickelt. Entscheidend ist ebenso, ob Blum überhaupt in der Lage ist, sich aus den Mustern zu lösen, die ihr Handeln bestimmen. Der Thriller gewinnt dort an Tiefe, wo die äußere Eskalation auf die ungelösten inneren Konflikte der Hauptfigur trifft.

Eine besondere Qualität erhält die Hörbuchfassung durch Wolfram Koch. Seine Lesung lebt von einer kontrollierten Intensität, die Spannung erzeugt, ohne sie durch demonstrative Dramatik zu erzwingen. Koch dosiert Tempo, Betonung und Pausen mit sicherem Gespür für die jeweilige Situation. Er beschleunigt, wenn die Handlung an Fahrt gewinnt, und nimmt sich zurück, wo ein ruhigerer Vortrag die größere Wirkung entfaltet.

Auch die Figurenzeichnung profitiert von seiner stimmlichen Differenzierung. Unterschiedliche Tonlagen, Rhythmen und Betonungen geben den Dialogpartnern ein eigenes Profil und machen die Wechsel zwischen den Figuren nachvollziehbar. Dabei vermeidet Koch jede übertriebene Theatralik. Seine Interpretation bleibt nah am Text und richtet sich konsequent nach den emotionalen Spannungen der jeweiligen Szene.

Vor allem versteht es der Sprecher, das Ungesagte hörbar zu machen. Er stellt die Bedrohung nicht aus, sondern lässt sie sich allmählich entwickeln. Dialoge gewinnen durch präzise gesetzte Akzente an Gewicht, selbst in ruhigeren Passagen bleibt eine unterschwellige Unruhe erhalten. Gerade bei einem Thriller, dessen Wirkung wesentlich von Andeutungen, überraschenden Wendungen und der Unsicherheit über die nächsten Schritte der Figuren lebt, ist diese Zurückhaltung ein Gewinn.

Kochs Leistung erschöpft sich deshalb nicht darin, den Text flüssig und verständlich vorzutragen. Er gestaltet dessen Rhythmus und verleiht der Handlung eine eigene akustische Dramaturgie. Die Spannung entsteht nicht nur aus dem Geschehen, sondern ebenso aus der Art, wie es vermittelt wird. So werden die Figuren auch stimmlich greifbar, ohne dass ihre psychologische Ambivalenz verloren geht.

Totenfrau – Die Rückkehr kreist um die trügerische Hoffnung auf einen Neuanfang und um die Frage, wie weit die Vergangenheit das gegenwärtige Handeln bestimmt.
Das Ergebnis ist ein atmosphärisch dichter Thriller, dessen Wirkung aus dem Zusammenspiel von Aichners kompromissloser Hauptfigur und Kochs nuancierter Interpretation entsteht. Eine Frage bleibt dabei bestehen: Kann ein Mensch seiner Vergangenheit entkommen, wenn er in der Bedrohung immer wieder auf jene Mittel zurückgreift, die ihn einst geprägt haben?

5 von 6 Sternen: ★★★★★★        Kritik: Michaela Springer

Der Autor:
Bernhard Aichner, geboren 1972, feierte mit seinem Thriller »Totenfrau« den internationalen Durchbruch als Autor. Seine Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt, die »Totenfrau«-Trilogie von Netflix und dem ORF verfilmt. Mit einer Million verkauften Exemplaren zählt Aichner zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Thriller-Autoren. Er hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, darunter den Fine Crime Award 2023.

Der Sprecher:
Wolfram Koch, geboren 1962 in Paris, ermittelte von 2015 bis 2024 als »Tatort«-Kommissar in seiner Heimatstadt Frankfurt. Er ist vielfachausgezeichnet, zuletzt erhielt er 2017 den Grimme-Preis für seine Hauptrolle in »Dead Man Working«.

Das Hörbuch beim DAV

Der musicalcocktail verlost 1x das Hörspiel auf MP3-CD und 
2x den Download bis 24.11.2026!

Edgar Allan Poe (1809 - 1849)
02. GRUSELKABINETT
Folge 198: Der schwarze Kater

Produktion: Titania Medien GmbH
Vetrieb: LÜBBE Audio
Produzenten: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Regie: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2026
Dauer: ca. 83 min.
Alter: ab 14 Jahren
VÖ: 25. September 2026 auf CD und Download, u.a. bei: itunes und amazon sowie unter https://lnk.to/kater
ISBN: 978-3-7857-8786-1

Es ist nicht immer das Unbekannte, das den größten Schrecken hervorruft. Manchmal ist es der Blick in die Abgründe der menschlichen Seele. Edgar Allan Poes „Der schwarze Kater“ zählt zu jenen Erzählungen, die aus Schuld, Gewalt und dem allmählichen Verlust der Selbstkontrolle eine beklemmende Form des Grauens entwickeln. Titania Medien widmet dem amerikanischen Meister der Schauerliteratur eine Folge der Reihe „Gruselkabinett“, die den titelgebenden Stoff mit zwei weiteren Erzählungen Poes verbindet „Morella“ und „Das ovale Porträt“.

Die Verbindung dieser drei Texte ist ein reizvoller, zugleich anspruchsvoller dramaturgischer Ansatz. Poes Erzählkunst lebt von ihrer Präzision, von den Leerstellen zwischen den Ereignissen und einer psychologischen Spannung, die sich jeder eindeutigen Erklärung entzieht. Eine Hörspielbearbeitung, die unterschiedliche Stoffe zu einer gemeinsamen Handlung zusammenführt, muss diese Qualitäten bewahren, ohne die Eigenständigkeit der Vorlagen aus dem Blick zu verlieren.

Im Zentrum der Bearbeitung von Marc Gruppe steht Julian, der nach dem mysteriösen Tod seiner ersten Frau Morella erneut heiratet. Doch mit Edith hält auch ein schwarzer Kater Einzug in sein Leben. Was zunächst wie ein vertrautes Motiv des klassischen Schauerromans erscheint, entwickelt sich zu einer Geschichte, in der die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit, Schuld und Einbildung zunehmend verschwimmen. Das Tier wird dabei zum Spiegel einer inneren Zerrüttung, deren Ursachen weit tiefer reichen als die bloße Furcht vor dem Unheimlichen.

Die eigentliche Herausforderung dieser Vorlage liegt in ihrer psychologischen Dimension. Der Kater ist nicht einfach ein Vorbote des Unheils, sondern eine Projektionsfläche für Ängste, Schuldgefühle und verdrängte Gewalt. Gerade die Ungewissheit darüber, ob das Grauen von außen auf die Figuren einwirkt oder aus ihrem Inneren erwächst, verleiht der Geschichte ihre nachhaltige Wirkung.

Im Hörspiel muss sich diese Entwicklung vor allem über die Stimmen entfalten. Die Rolle des Julian verlangt nach einer Interpretation, die den schleichenden Übergang von äußerer Beherrschung zu innerer Zerrüttung nachvollziehbar macht. Denn Poes Figuren verlieren ihre Glaubwürdigkeit nicht unbedingt in einem einzigen dramatischen Augenblick. Vielmehr offenbart sich ihre Verunsicherung in den Brüchen ihrer Selbstwahrnehmung, in Rechtfertigungen und in dem verzweifelten Versuch, das Unbegreifliche doch noch in eine vernünftige Ordnung zu bringen.

Die Besetzung bildet dafür die Grundlage. Entscheidend ist weniger die demonstrative Zuspitzung einzelner Szenen als das Gespür für jene Zwischentöne, aus denen sich Poes Atmosphäre speist. Ein beiläufig gesprochener Satz kann hier mehr Unruhe erzeugen als ein lauter Ausbruch. Das Grauen entfaltet seine Wirkung nicht durch permanente Steigerung, sondern dadurch, dass es sich allmählich im Bewusstsein festsetzt.

Auch die akustische Gestaltung orientiert sich an den Traditionen des klassischen Schauerhörspiels. Musik, Geräusche und bewusst gesetzte Pausen schaffen einen Raum, in dem sich die Bedrohung nach und nach verdichtet. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Erzählung und Atmosphäre. Das Unheimliche soll nicht durch einen Überfluss an Effekten beglaubigt werden, sondern aus dem Geschehen selbst hervorgehen.

Dieser Ansatz entspricht Poes literarischer Ästhetik. Seine Geschichten leben von einer Spannung, die sich zwischen dem vermeintlich Rationalen und dem Unfassbaren aufbaut. Der Schrecken entsteht häufig schon in der Ahnung, dass etwas nicht stimmt, lange bevor sich die Bedrohung konkretisiert.
Mit der Verknüpfung von „Morella“ und „Das ovale Porträt“ erweitert Marc Gruppe den thematischen Horizont um Motive wie Verlust, Erinnerung und die unheimliche Macht des Vergangenen. Beide Erzählungen fügen sich in Poes Kosmos aus Vergänglichkeit, Besessenheit und psychischer Bedrohung ein. Zugleich verändert die Verbindung den Schwerpunkt der ursprünglichen Geschichte. Die Konzentration auf Schuld und Gewalt wird um weitere Bedeutungsebenen ergänzt, wodurch sich neue Zusammenhänge eröffnen.

Was „Der schwarze Kater“ über seine Entstehungszeit hinaus aktuell hält, ist die verstörende Nähe zwischen alltäglicher Wirklichkeit und menschlicher Grausamkeit. Hinter der düsteren Atmosphäre verbirgt sich keine bloße Geistergeschichte, sondern eine Auseinandersetzung mit Selbstbetrug, Schuld und der Fähigkeit, die eigenen Abgründe zu verleugnen. Der Kater wird zum Symbol für etwas, das sich nicht länger kontrollieren lässt und das gerade deshalb umso bedrohlicher erscheint.

Titania Medien greift diese psychologische Dimension auf und führt sie in die traditionsreiche Ästhetik des „Gruselkabinetts“ über. Der Reiz der Produktion liegt in der Rückbesinnung auf einen Horror, der nicht auf permanente Schockmomente angewiesen ist, sondern seine Wirkung aus der allmählichen Verschiebung zwischen Vernunft und Wahn bezieht. Die Verbindung der drei Erzählungen eröffnet dabei zusätzliche Perspektiven auf Poes Werk, verlangt dem Publikum aber auch eine erhöhte Aufmerksamkeit ab.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass das Unheimliche bei Poe selten dort beginnt, wo die Vernunft an ihre Grenzen stößt. Es beginnt vielmehr dort, wo der Mensch sich selbst nicht mehr durchschaut. Der schwarze Kater mag im Dunkeln erscheinen der eigentliche Schrecken aber liegt in dem, was sein Anblick im Menschen freilegt.

6 von 6 Sternen: ★★★★★★   Kritik: Michaela Springer

www.titania-medien.de

Der musicalcocktail verlost 1x die CD bis 22.11.2026!

03. SHERLOCK HOLMES -
Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs
Folge 73: Die trügerische Spur

Vertrieb: LÜBBE Audio
Produktion: Titania Medien GmbH
Produzenten: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Regie: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2026
Dauer: ca. 80 min. (CD)
Alter: ab 12 Jahren
VÖ: 25. September 2026 auf CD sowie als Download u.a. bei: itunes und amazon sowie unter https://lnk.to/truegerischespur
ISBN: 978-3-7857-8813-4

Mit Die trügerische Spur, der 73. Folge der Reihe Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs, setzt Titania Medien auf die Stärken des klassischen Kriminalhörspiels, eine sorgfältig entwickelte Handlung, kriminalistische Detailarbeit und ein Spannungsverhältnis, das sich nicht zuletzt aus der Frage nach Schuld und Vertrauen speist. In der Bearbeitung von Marc Gruppe treffen die Motive von R. Austin Freeman und Sir Arthur Conan Doyle aufeinander. Im Mittelpunkt steht ein Fall, der weniger durch spektakuläre Wendungen als durch die allmähliche Infragestellung vermeintlicher Gewissheiten seinen Reiz entfaltet.

Ein Mann mit krimineller Vergangenheit wendet sich an Sherlock Holmes, obwohl dieser ihn einst selbst überführt hat. Nun steht er unter Mordverdacht, und die Indizien scheinen eine eindeutige Sprache zu sprechen. Inspektor Lestrade hält die Beweislage für überzeugend, Holmes hingegen begegnet ihr mit der gebotenen Skepsis. Für ihn ist ein Fall erst dann gelöst, wenn sich die vermeintlichen Tatsachen einer genauen Prüfung unterzogen haben. Aus dieser unterschiedlichen Herangehensweise entwickelt sich eine Ermittlung, bei der Beobachtungsgabe und analytische Präzision den Ausschlag geben.

Die Stärke der Geschichte liegt in ihrer Ausgangskonstellation. Der Verdächtige ist kein unbeschriebenes Blatt, seine Vergangenheit prägt die Wahrnehmung der Gegenwart. Damit berührt das Hörspiel eine Frage, die über den konkreten Mordfall hinausweist. Wie unvoreingenommen lässt sich über Schuld urteilen, wenn ein früheres Fehlverhalten das Bild eines Menschen bereits festgelegt hat? Das Spannungsverhältnis zwischen berechtigtem Misstrauen und vorschneller Verurteilung verleiht der Handlung eine zusätzliche Ebene, ohne den Kriminalfall aus dem Blick zu verlieren.

Marc Gruppe rückt dabei die methodische Seite von Holmes Ermittlungsarbeit in den Vordergrund. Fingerabdrücke und Blutspuren erhalten besonderes Gewicht und verweisen auf die Bedeutung forensischer Beweise. Holmes verlässt sich nicht allein auf seine Intuition, sondern prüft die vorliegenden Indizien auf ihre Aussagekraft. Gerade darin liegt der Reiz dieser Folge. Nicht das vermeintlich Offensichtliche führt zur Wahrheit, sondern die Bereitschaft, auch scheinbar gesicherte Erkenntnisse noch einmal zu hinterfragen.

Die Inszenierung nimmt sich Zeit für diese Entwicklung. Die Spannung entsteht vor allem aus Gesprächen, Beobachtungen und schrittweise gewonnenen Erkenntnissen. Das passt zum Charakter des Stoffes, führt stellenweise jedoch zu einem gemächlichen Erzähltempo. Wer einen Krimi mit raschen Wendungen und hohem Aktionstempo erwartet, dürfte hier weniger auf seine Kosten kommen. Die Folge vertraut vielmehr auf die klassische Dramaturgie des Detektivhörspiels und auf die Aufmerksamkeit ihres Publikums.

Einen wesentlichen Anteil am Gelingen hat das Sprecherensemble. Joachim Tennstedt gestaltet Sherlock Holmes mit der vertrauten Mischung aus analytischer Schärfe, trockener Ironie und kontrollierter Zurückhaltung. Er muss die Überlegenheit des Detektivs nicht eigens herausstellen, sie zeigt sich in der Art, wie Holmes beobachtet, nachfragt und seine Schlüsse zieht. Seine Interpretation verleiht der Figur jene ruhige Selbstsicherheit, die längst zum Markenzeichen der Reihe geworden ist.

Als Dr. Watson bildet Detlef Bierstedt dazu ein überzeugendes Gegenstück. Seine Interpretation gibt der Handlung menschliche Nähe und sorgt für eine lebendige Balance zwischen kriminalistischer Analyse und erzählerischer Vermittlung. Das Zusammenspiel der beiden Hauptsprecher bleibt eine der tragenden Säulen der Produktion. Die vertraute Dynamik lässt Raum für feine humoristische Akzente, ohne die Ernsthaftigkeit des Falls zu untergraben. Auch die Nebenrollen fügen sich stimmig in das Ensemble ein und tragen zur Geschlossenheit der Inszenierung bei.

Akustisch bleibt Titania Medien seiner bewährten Linie treu. Geräuschgestaltung, Musik und Dialogregie greifen unaufdringlich ineinander und schaffen ein glaubwürdiges viktorianisches Ambiente. Die Klänge illustrieren nicht bloß das Geschehen, sondern verorten die Figuren in ihren jeweiligen Räumen und Situationen. 

Gerade bei einer Geschichte, deren Reiz wesentlich in der Auswertung von Indizien liegt, erweist sich diese Zurückhaltung als sinnvoll. Die Inszenierung lässt den Stimmen den nötigen Raum und vertraut auf die Wirkung des gesprochenen Wortes. 

Die trügerische Spur ist kein Hörspiel, das durch Tempo oder spektakuläre Effekte beeindrucken möchte. Seine Qualitäten liegen in der durchdachten Ausgangssituation, der kriminalistischen Genauigkeit und einem Ensemble, das den Figuren mit großer Selbstverständlichkeit Kontur verleiht. Ein sorgfältig inszeniertes Kriminalhörspiel, das vor allem jene ansprechen dürfte, die den Reiz klassischer Detektivgeschichten in der genauen Beobachtung und im gedanklichen Spiel mit Indizien suchen.

6 von 6 Sternen: ★★★★★★     Kritik: Michaela Springer

www.titania-medien.de

Der musicalcocktail verlost 1x die CD bis 22.11.2026!

Bernhard Aichner (Autor)
04. BÖSLAND
Ungekürzte Lesung

Produktion: Der Audio Verlag (DAV)
Vetrieb: Der Audio Verlag
Dauer: 6 Std. 49 Min.
Alter: ab 16 Jahren
VÖ: 1. August 2026 auf MP3-CD und Download:
ISBN (MP3-CD): 978-3-8445-3021-6
ISBN (Download): 978-3-7424-4172-0

Hans Sigl gibt Bernhard Aichners Psychothriller eine starke Stimme.

Ein Mord im Sommer 1987, ein Täter, den seine Vergangenheit drei Jahrzehnte später einholt. In BÖSLAND erzählt Bernhard Aichner von Schuld, verdrängten Erinnerungen und den Folgen einer Tat. Die ungekürzte Hörbuchfassung setzt auf ein namhaftes Sprecherensemble. Besonders Hans Sigl prägt die Interpretation und trägt dazu bei, die psychologische Spannung der Geschichte hörbar zu machen.

Sommer 1987 – auf einem Dachboden:
Matilda, eine dreizehnjährige Schülerin, wird von einem gleichaltrigen Jungen brutal mit einem Golfschläger ermordet. Als Tatverdächtiger wird Ben, ein Mitschüler verhaftet und die Psychiatrie eingewiesen. Doch auch 30 Jahre nach der Tat liegt vieles in Dunkeln. Was damals geschah, ist keineswegs abgeschlossen. Die Vergangenheit kehrt zurück und stellt Bens bisheriges Leben infrage.

Bernhard Aichner richtet den Blick auf die Folgen des Verbrechens. Wie lebt ein Mensch mit einer solchen Tat? Welche Erinnerungen bleiben, welche werden verdrängt? Und was geschieht, wenn die eigene Vergangenheit plötzlich in einem anderen Licht erscheint?

Aichner erzählt knapp und temporeich. Kurze Dialoge, wechselnde Perspektiven und überraschende Wendungen treiben die Handlung voran. Statt die Hintergründe ausführlich zu erklären, gibt der Autor Informationen nach und nach preis. Neue Erkenntnisse verändern den Blick auf die Figuren und lassen Zweifel daran entstehen, was tatsächlich geschehen ist.

In der ungekürzten Hörbuchfassung übernehmen Hans Sigl, Johannes Steck, Martin Gruber, Beate Himmelstoß und Jule Ronstedt die akustische Umsetzung. Sigl kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Er muss die Handlung zusammenhalten, die Übergänge zwischen den Szenen gestalten und die Spannung auch dort aufrechterhalten, wo der Text nur wenige Worte macht.

Aichners knapper Stil lässt wenig Raum für ausschweifende Interpretationen. Umso wichtiger sind eine klare Artikulation, die Gewichtung einzelner Sätze und ein genaues Gespür für das Erzähltempo. Sigls Aufgabe besteht darin, die Ereignisse verständlich und mit Nachdruck zu vermitteln, ohne jede Wendung durch zusätzliche Dramatik zu kommentieren.

Gerade bei einem Thriller, der mit Zweifeln und wechselnden Wahrnehmungen arbeitet, ist diese Zurückhaltung entscheidend. Die Figuren verschweigen Informationen, erinnern sich möglicherweise unvollständig oder verfolgen eigene Interessen. Würde die Interpretation zu deutlich vorgeben, wie eine Aussage zu verstehen ist, ginge ein Teil dieser Unsicherheit verloren.

Sigl muss deshalb zwischen erzählerischer Klarheit und emotionaler Zuspitzung vermitteln. Er führt durch die Handlung, ohne die Spannung allein auf Lautstärke oder Pathos zu stützen. Seine Leistung zeigt sich vor allem darin, den knappen Text als gesprochenes Wort zu strukturieren und die Aufmerksamkeit auf jene Stellen zu lenken, an denen sich die Bedeutung einer Aussage erst aus dem Zusammenhang erschließt.

Johannes Steck, Martin Gruber, Beate Himmelstoß und Jule Ronstedt ergänzen ihn mit ihren jeweiligen Figurenstimmen. Die unterschiedlichen Stimmen erleichtern die Orientierung zwischen den Perspektiven und geben den Dialogen eine szenische Struktur. Gerade in den kurzen Gesprächspassagen, in denen sich Beziehungen verschieben oder Misstrauen wächst, ist dieses Zusammenspiel wichtig.

Aichners Stärke liegt im Erzähltempo. Die Handlung kommt ohne lange Umwege aus, und neue Informationen verändern immer wieder den Blick auf das Geschehen. Zugleich verhandelt der Roman Themen, die über die Aufklärung eines Verbrechens hinausreichen, Schuld, Verdrängung und die Frage, wie sehr Erinnerungen das eigene Selbstbild bestimmen.

Allerdings stehen die überraschenden Wendungen deutlich im Vordergrund. Die psychologische Entwicklung einzelner Figuren bleibt stellenweise hinter der Dramaturgie zurück. Wer eine ausführliche Auseinandersetzung mit den inneren Konflikten der Beteiligten erwartet, könnte sich mehr Tiefe wünschen. BÖSLAND setzt stärker auf Spannung als auf eine umfassende Analyse seiner Figuren.

Für die Hörbuchfassung bedeutet das, dass die Sprecher den raschen Wechsel zwischen den Szenen mitvollziehen müssen, ohne die Figuren auf ihre jeweilige Funktion innerhalb der Handlung zu reduzieren. Dabei kommt es auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Tempo, Verständlichkeit und emotionaler Differenzierung an. Sigl trägt wesentlich dazu bei, Aichners knappe Erzählweise in einen flüssigen Hörtext zu übertragen.

Wer düstere Kriminalgeschichten mit überraschenden Enthüllungen schätzt, findet hier einen spannenden Hörstoff. Die Figurenpsychologie hätte stellenweise mehr Raum verdient, doch die Handlung hält das Interesse wach. Am Ende bleibt die Frage, ob Ben seiner Vergangenheit tatsächlich entkommen kann oder ob die Tat von 1987 sein Leben für immer bestimmt.

5 von 6 Sternen: ★★★★★      Kritik: Michaela Springer

Der Autor:
Bernhard Aichner, geboren 1972, feierte mit seinem Thriller »Totenfrau« den internationalen Durchbruch als Autor. Seine Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt, die »Totenfrau«-Trilogie von Netflix und dem ORF verfilmt. Mit einer Million verkauften Exemplaren zählt Aichner zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Thriller-Autoren. Er hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, darunter den Fine Crime Award 2023.

Die Sprecher:innen:
Hans Sigl
, geboren in der Steiermark, ist einer der beliebtesten Schauspieler aus Österreich. Einem breiten Publikum wurde er durch seine Rollen in den Serien »Der Bergdoktor« und »SOKO Kitzbühel« bekannt. Er ist zudem als Moderator tätig.

Johannes Steck, geboren 1966 in Würzburg, erlangte größere Bekanntheit durch seine Rolle als Dr. Kreutzer in der ARD-Serie »In aller Freundschaft«. Seine Leidenschaft für das Sprechen führte ihn von der Schauspielerei zur vielgelobten Tätigkeit als Hörbuchsprecher. Mit seiner ausdrucksstarken und tiefen Stimme fesselt er jedes Publikum und beweist sein vielseitiges Talent.

Jule Ronstedt, 1971 in München geboren, absolvierte sie von 1991 bis 1994 eine Theaterausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule. Ab 1994 war sie in der TV-Serie »Aus heiterem Himmel« in der Rolle der Alicia zu sehen. Nebst ihren zahlreichen Fernsehauftritten ist hatte sie Engagements an den Münchner Kammerspielen und am Berliner Ensemble.

weiters Martin Gruber und Beate Himmelstoß

Das Hörbuch beim DAV

Der musicalcocktail verlost 1x das Hörspiel auf MP3-CD und 2x den Download bis 10.11.2026!

Rita Falk (Autorin)
05. Steckerlfischfiasko
Ungekürztes Filmhörspiel

Produktion: Der Audio Verlag (DAV)
Vetrieb: Der Audio Verlag
Dauer: 96 Min.
Alter: ab 14 Jahren
VÖ: 13. August 2026 auf 2 CDs:
ISBN 13 (Audio-CD): 978-3-7424-4255-0

Ungekürztes Filmhörspiel mit Sebastian Bezzel, Lisa Maria Potthoff, Simon Schwarz.

Die Story:
Eberhofer im Neubau, Birkenberger im Saustall und Susi (fast) im Bürgermeisteramt – und als wäre das Chaos in Niederkaltenkirchen nicht schon perfekt, geht auch noch die Oma auf Kur! Gut, dass die neue Haushaltshilfe Julika für Ordnung auf dem Eberhofer-Hof sorgt, während Franz sich wohl oder übel zwischen Susis Wahlkampf und dem neuen Hobby von Sohn Paul zurechtfinden muss. Als der örtliche »Steckerlfischkönig« plötzlich mausetot auf dem neu errichteten Golfplatz liegt, kommt das dem Dorfsheriff deshalb gar nicht so ungelegen. Gemeinsam mit dem Rudi macht er sich an die Ermittlungen. »Romeo und Julia« in Niederbayern!

Rita Falk wurde 1964 in Oberammergau geboren, lebt in Bayern, ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet. Mit ihren Provinzkrimis um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer und ihren Romanen »Hannes« und »Funkenflieger« hat sie sich in die Herzen ihrer Leserinnen und Leser geschrieben – weit über die Grenzen Bayerns hinaus.

Sebastian Bezzel, geboren 1971 in Garmisch-Partenkirchen, ist aus vielen Film- und Fernsehproduktionen bekannt. Von 2004 – 2016 war er an der Seite von Eva Mattes als Kai Perlmann im »Tatort« aus Konstanz zu sehen. Als Dorfpolizist Franz Eberhofer begeistert er seit 2013 die Kinozuschauer.

Lisa Maria Potthoff, geboren 1978 in Berlin, ist in zahlreichen Filmen und Fernsehserien zu sehen, u. a. in »Sarah Kohr« und dem »Usedom-Krimi«. Seit 2013 spielt sie in den Eberhofer-Krimis von Rita Falk die Rolle der Susi an der Seite von Sebastian Bezzel und Simon Schwarz.

Simon Schwarz, geboren 1971 in Wien, war an verschiedenen Theatern engagiert, u .a. am Stadttheater Klagenfurt. Er ist außerdem in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, u. a. im »Tatort«. Seit 2013 spielt er an der Seite von Sebastian Bezzel in den Verfilmungen von Rita Falks Bestsellern um Kommissar Eberhofer.

Das Hörbuch bei DAV

Rita Falk (Autorin)
06. Steckerlfischfiasko
Der 12. Fall für den Eberhofer. Ein Provinzkrimi
Ungekürzte Lesung mit Christian Tramitz

Produktion: Der Audio Verlag (DAV)
Vetrieb: Der Audio Verlag
Regie: Angela Kübrich
Dauer: 8 Std. 11 Min. (ungekürzte Lesung)
Alter: ab 14 Jahren
VÖ: 18. Oktober 2023 auf 6 CDs und Download:
ISBN 13 (Audio-CD): 978-3-7424-3041-0

Wer Krimis, bayerischen Charme und gute Unterhaltung zu schätzen weiß, kommt an den Provinzkrimis von Rita Falk nicht vorbei. Bereits 2010 schrieb sich die Autorin aus Oberammergau mit »Winterkartoffelknödel« ins Herz ihrer Fans – inzwischen sind Dorfpolizist Franz Eberhofer und seine skurrilen Ermittlungen von den Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken! 

»Steckerlfischfiasko« ist Eberhofers zwölfter Fall und als Hörbuch bei DAV erschienen, in ungekürzter Lesung vertont von natürlich niemand geringerem als Christian Tramitz!

Die Story:
Wegen dem Golfclub ist Niederkaltenkirchen eh schon gespalten wie ein Holzscheit, aber jetzt liegt auch noch der Steckerlfischkönig höchstselbst und mausetot in der clubeigenen SpaLandschaft. Der Franz ermittelt unter dubiosen Volksfestclans und golfenden Schickimickiarschlöchern, während seine Susi ganz andere Pläne hat: Sie kandidiert als
Bürgermeisterin, was beim aktuellen Dorfoberhaupt hochgradig nervöse Zuckungen auslöst…

(c) Astrid Eckert

Die Autorin:
Rita Falk wurde 1964 in Oberammergau geboren, lebt in Bayern, ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet. Mit ihren Provinzkrimis um den
Dorfpolizisten Franz Eberhofer und ihren Romanen »Hannes« und »Funkenflieger« hat sie sich in die Herzen ihrer Leserinnen und Leser geschrieben – weit über die Grenzen Bayerns hinaus.

(c) Jürgen Pollak

Der Sprecher:
Christian Tramitz, geboren in München, spielte mit Bully Herbig in der preisgekrönten »Bullyparade« und erreichte mit seiner Rolle des Rangers in »Der Schuh des Manitu« Kultstatus. Er ist regelmäßig im Fernsehen zu sehen, beispielsweise in der beliebten ARD-Krimiserie »Hubert ohne Staller«. Christian Tramitz liest für DAV und eine riesige Fangemeinde alle Teile der Hörbuch-Reihe um Franz Eberhofer ein.

Das Hörbuch bei DAV

07. SHERLOCK HOLMES -
Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs
Folge 72: Der Aluminiumdolch

Vertrieb: LÜBBE Audio
Produktion: Titania Medien GmbH
Produzenten: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Regie: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2026
Dauer: ca. 74 min. (CD)
Alter: ab 12 Jahren
VÖ: 29. Mai 2026 auf CD sowie als Download u.a. bei: itunes und amazon sowie unter https://lnk.to/aluminiumdolch
ISBN: 978-3-7857-8772-4

Mit „Der Aluminiumdolch", der 72. Folge der Reihe Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs, beweist Titania Medien erneut seine außergewöhnliche Fähigkeit, das klassische Detektivhörspiel weit über bloße Genrekonventionen hinauszuführen. Die Produktion verbindet kriminalistische Präzision mit einer Atmosphäre subtiler Bedrohung und entwickelt daraus ein bemerkenswert dichtes Hörstück, das weniger auf effekthafte Spannung als vielmehr auf psychologische Verunsicherung setzt.

Der Ausgangspunkt des Falls besitzt dabei beinahe die Qualität eines klassischen Locked-Room-Mysteriums. Wie kann ein Mann mit einem Dolch erstochen werden, ohne dass der Täter das Zimmer betreten hat, in dem sich der Mord ereignete? Während die Polizei im Dunkeln tappt und ausgerechnet die Verlobte des Toten unter Verdacht gerät, wendet sich deren Vater in seiner Verzweiflung an Sherlock Holmes. Was zunächst wie ein scheinbar unlösbares Rätsel erscheint, entwickelt sich zunehmend zu einem komplexen Geflecht aus Täuschung, gesellschaftlicher Fassade und verborgenen Motiven.

Bereits der Titel evoziert eine eigentümliche Irritation. Der Aluminiumdolch fungiert dabei nicht nur als kriminalistisches Requisit, sondern zugleich als Symbol einer Moderne, die in die scheinbar geordnete Welt des viktorianischen Rationalismus eindringt. Diesen Gegensatz nutzt das Hörspiel mit großer Raffinesse aus. Zwischen wissenschaftlichem Fortschrittsglauben, dekadenten Milieus und unterschwelligen Obsessionen entfaltet sich eine Geschichte, deren Spannung aus der permanenten Unsicherheit zwischen Logik und menschlichen Abgründen erwächst.

Das Skript entwickelt seine Wirkung dabei weniger über spektakuläre Wendungen als über eine konsequent aufgebaute Atmosphäre des Misstrauens. Hinweise, Andeutungen und psychologische Verschiebungen verdichten sich sukzessive zu einem Szenario, in dem kaum eine Figur frei von Ambivalenzen erscheint. Der eigentliche Reiz des Hörspiels liegt folglich weniger in der klassischen Frage nach dem Täter als in der schleichenden Erosion vermeintlicher Gewissheiten.

Wie gewohnt überzeugt Titania Medien auch auf produktionstechnischer Ebene durch höchste Präzision. Die akustische Gestaltung arbeitet mit feinen Abstufungen statt mit vordergründigen Effekten. Gedämpfte Raumklänge, dezente musikalische Motive und eine sorgfältig austarierte Geräuschkulisse erzeugen ein immersives Klangbild von bemerkenswerter Eleganz. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit der Inszenierung, Spannung aus Stille entstehen zu lassen. 

Dramaturgisch erlaubt sich „Der Aluminiumdolch" ein bedächtiges Erzähltempo, das Konzentration verlangt, zugleich jedoch eine der größten Stärken des Hörspiels darstellt. Die Handlung entfaltet sich in sorgfältig komponierten Bewegungen, jede Szene trägt zur atmosphärischen Verdichtung bei. Gerade dadurch entsteht jene literarische Qualität, die viele zeitgenössische Hörspielproduktionen zugunsten bloßer Effizienz vermissen lassen.

So erweist sich Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs Folge 72 „Der Aluminiumdolch" als ein ausgesprochen reifes Hörspiel, das klassische Detektivtradition mit psychologischer Raffinesse und akustischer Präzision verbindet. Titania Medien bleibt damit einer der wenigen Produzenten im deutschsprachigen Raum, denen es gelingt, das Hörspiel nicht nur als Unterhaltung, sondern als eigenständige atmosphärische Kunstform ernst zu nehmen.

6 von 6 Sternen: ★★★★★★    Kritik: Michaela Springer

www.titania-medien.de

08. SHERLOCK HOLMES -
Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs
Folge 71: Blaubarts Erbe

Vertrieb: LÜBBE Audio
Produktion: Titania Medien GmbH
Produzenten: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Regie: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2026
Dauer: ca. 87 min. (CD)
Alter: ab 14 Jahren
VÖ: 24. April 2026 auf CD sowie als Download u.a. bei: itunes und amazon sowie unter https://lnk.to/blaubartserbe
ISBN: 978-3-7857-8771-7

Mit Folge 71 der Reihe Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs setzt Titania Medien seine bemerkenswerte Gratwanderung zwischen klassischem Detektivstoff, viktorianischem Schauerroman und psychologischer Suspense fort. „Blaubarts Erbe" erweist sich dabei weniger als konventioneller Kriminalfall denn als düster grundierte Studie über Obsession, patriarchale Gewaltphantasien und die zerstörerische Macht familiärer Geheimnisse. Gerade hierin liegt die besondere Qualität dieser Produktion. Sie vertraut weniger auf kriminalistische Mechanik als auf Atmosphäre, suggestive Klangräume und eine sorgfältig austarierte Dramaturgie des Unheimlichen.

Bereits die Grundkonstellation verweist deutlich auf die literarische Tradition der „Blaubart“-Erzählung, ohne sich jedoch in bloßer Motivzitation zu erschöpfen. Stattdessen transformiert das Hörspiel die archetypische Geschichte des frauenmordenden Aristokraten in ein viktorianisches Psychodrama, das seine Spannung aus der permanenten Schwebe zwischen rationaler Erklärung und latentem Grauen bezieht. Die Autoren verzichten erfreulicherweise auf jede plakative Modernisierung und bewahren konsequent die melancholische Atmosphäre des Fin de Siècle, die die Reihe seit Jahren prägt.

Besonders hervorzuheben ist die akustische Inszenierung. Wie so oft bei Titania Medien entsteht die eigentliche Wirkung weniger durch spektakuläre Effekte als durch präzise gesetzte Nuancen. Hallende Räume, gedämpfte Schritte, knarrende Türen und eine zurückhaltend eingesetzte Musik erzeugen ein dichtes Klangbild, das niemals bloß illustriert, sondern psychologische Zustände modelliert. Die Produktion versteht das Hörspiel noch im genuinen Sinne als „Kino im Kopf“ – eine Qualität, die im gegenwärtigen Markt zunehmend selten geworden ist.

Auch die Sprecherleistungen bewegen sich auf konstant hohem Niveau. Die Dialogführung wirkt natürlich und rhythmisch präzise; selbst exponierte melodramatische Momente kippen nie ins Theatralische. Insbesondere die Darstellung Holmes’ überzeugt erneut durch jene kontrollierte Mischung aus analytischer Kühle und unterschwelliger emotionaler Anteilnahme, die diese Interpretation der Figur von rein schematischen Detektivzeichnungen abhebt. Zugleich erhalten auch die Nebenfiguren genügend psychologische Kontur, um nicht auf bloße dramaturgische Funktionen reduziert zu werden.

Dramaturgisch erlaubt sich „Blaubarts Erbe" ein vergleichsweise langsames Tempo – und genau darin liegt eine seiner größten Stärken. Die Spannung entsteht nicht durch permanente Wendungen, sondern durch sukzessive Verdichtung, Hinweise, Andeutungen und atmosphärische Irritationen lagern sich allmählich übereinander, bis sich ein Klima unterschwelliger Bedrohung entfaltet. Diese entschleunigte Erzählweise verlangt Aufmerksamkeit, belohnt sie jedoch mit einer außergewöhnlich dichten Immersion.

So gehört Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs Folge 71, Blaubarts Erbe zu jenen Produktionen, die eindrucksvoll demonstrieren, weshalb Titania Medien seit Jahren eine Sonderstellung innerhalb der deutschsprachigen Hörspiellandschaft einnimmt. Das Hörspiel verbindet klassische Erzähltradition mit moderner akustischer Präzision und entwickelt daraus eine düstere, elegante und bemerkenswert reife Gothic-Detektivgeschichte – weniger ein bloßer Kriminalfall als vielmehr ein atmosphärisches Kammerspiel über Angst, Macht und Verdrängung.

6 von 6 Sternen: ★★★★★★     Kritik: Michaela Springer

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09. SHERLOCK HOLMES -
Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs
Folge 70: Die Dame mit dem blauen Hut

Vertrieb: LÜBBE Audio
Produktion: Titania Medien GmbH
Produzenten: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Regie: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2026
Dauer: ca. 80 min. (2 CDs)
Alter: ab 14 Jahren
VÖ: 27. März 2026 auf 2 CDs sowie als Download u.a. bei: itunes und amazon sowie unter https://lnk.to/damemitdemblauenhut
ISBN: 978-3-7857-8770-0

Mit „Die Dame mit dem blauen Hut“ aus der Reihe Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs präsentiert Titania Medien eine weitere Folge, die sich souverän im Spannungsfeld zwischen kanonischer Anlehnung und eigenständiger Weitererzählung bewegt. Die seit Jahren etablierte Hörspielserie begreift sich nicht als bloße Adaption, sondern als poetische Fortschreibung des von Arthur Conan Doyle begründeten Kosmos.

Der erzählerische Impuls entspringt einer zunächst unscheinbaren Irritation. Dr. John Watson wundert sich über den ungewöhnlichen Enthusiasmus, mit dem Sherlock Holmes trotz widriger Londoner Wetterverhältnisse eine Vernissage aufsucht. Dass hinter diesem Ausflug keine ästhetische Neugier steht, wird rasch deutlich. Der junge Maler wendet sich mit der Bitte um diskrete Unterstützung an den Detektiv. Ein kompromittierendes Schmuckstück soll aus dem Besitz einer ehemaligen Geliebten zurückgeführt werden, ein delikater Auftrag, der diplomatisches Geschick erfordert. Noch bevor Holmes jedoch eingreifen kann, wird die Situation durch ein tragisches Unglück jäh eskalieren und in eine unerwartet düstere Richtung gelenkt. In klassischer Manier erweist sich das vermeintlich Offensichtliche als trügerisch.

Dramaturgisch überzeugt das Hörspiel durch eine fein abgestufte Spannungsentwicklung. Ausgehend von einem beinahe leichtgewichtigen, gesellschaftlich grundierten Konflikt entfaltet sich sukzessive eine moralisch ambivalente Kriminalgeschichte. Besonders hervorzuheben ist die motivische Verflechtung von Kunst, Besitz und Begehren, die nicht nur als thematische Folie dient, sondern die Figurenkonstellation strukturell prägt. Marc Gruppe beweist dabei ein sicheres Gespür für narrative Ökonomie, der Umschlag vom diskreten Auftrag zur dramatischen Zuspitzung erfolgt prägnant und wirkungsvoll.

Auch in produktionstechnischer Hinsicht bleibt Titania Medien seiner bewährten Handschrift treu. Die akustische Gestaltung ist dicht und differenziert, ohne sich in vordergründiger Illustration zu erschöpfen. Die Klangkulisse wird präzise eingesetzt, während die Musik als zurückhaltendes Bindeglied fungiert und bewusst auf plakative Effekte verzichtet.

Die Sprecherleistungen bewegen sich durchwegs auf hohem Niveau. Holmes erscheint in der charakteristischen Mischung aus analytischer Schärfe und feinem Sarkasmus, während Watson als emotionales Gegenüber und vermittelnde Instanz Profil gewinnt. Das Zusammenspiel verleiht der Inszenierung eine innere Balance, die den erzählerischen Fluss trägt.

So erweist sich „Die Dame mit dem blauen Hut“ als atmosphärisch dichtes und dramaturgisch überzeugendes Hörspiel, das die Qualitäten der Reihe erneut unterstreicht. Seine Stärke liegt in der variierenden Fortschreibung vertrauter Muster. Für ein literarisch interessiertes Publikum eröffnet die Produktion eine differenzierte Reflexion zentraler Motive des Holmes’schen Universums und bestätigt die anhaltende Vitalität des Detektivstoffs im zeitgenössischen Hörspiel.

5 von 6 Sternen: ★★★★★        Kritik: Michaela Springer

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H.P. Lovecraft
10. GRUSELKABINETT
Folge 197: Das Grauen von Dunwich

Produktion: Titania Medien GmbH
Vetrieb: LÜBBE Audio
Produzenten: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Regie: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2026
Dauer: ca. 89 min.
Alter: ab 14 Jahren
VÖ: 27. März 2026 auf CD und Download, u.a. bei: itunes und amazon sowie unter https://lnk.to/grauenvondunwich
ISBN: 978-3-7857-8797-7

Die Hörspielproduktion „Das Grauen von Dunwich“ nach der gleichnamigen Erzählung von Howard Phillips Lovecraft fügt sich nahtlos in die traditionsreiche Reihe des Titania Medien-Formats „Gruselkabinett“ ein und demonstriert einmal mehr dessen besondere Kompetenz im Umgang mit klassischer Horrorliteratur. Die Adaption überzeugt durch eine sorgfältige Balance zwischen werkgetreuer Umsetzung und hörspielgerechter Verdichtung.

Im Zentrum steht die Geschichte des abgelegenen, von archaischen Strukturen geprägten Dorfes Dunwich, dessen fragile Ordnung durch das Auftreten des rätselhaften Wilbur Whateley und die unheilvolle Präsenz eines unsichtbaren Schreckens erschüttert wird. Die narrative Anlage folgt dabei eng Lovecrafts Motivik des kosmischen Grauens. Das Unheimliche manifestiert sich nicht primär in sichtbaren Monstrositäten, sondern in der Ahnung einer Realität, die sich dem menschlichen Verständnis entzieht.

Die Inszenierung setzt auf eine dichte akustische Atmosphäre, die sich durch präzise gesetzte Geräuschkulissen auszeichnet. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit der Produktion, das Unsagbare hörbar zu machen, ohne es zu banalisieren. Hier jedoch entsteht das Grauen gerade im Zwischenraum, in Andeutungen, klanglichen Leerstellen und der suggestiven Kraft des gesprochenen Wortes.

Das Sprecherensemble agiert durchwegs auf hohem Niveau. Die Figuren werden mit klar konturierten stimmlichen Profilen versehen, ohne in karikierende Überzeichnung zu verfallen. Die Dialogführung bleibt kontrolliert und dem Tonfall der Vorlage verpflichtet, wodurch sich eine glaubwürdige Balance zwischen literarischer Herkunft und auditiver Eigenständigkeit ergibt. Besonders die Darstellung der zunehmenden Eskalation gelingt eindrucksvoll. Die Bedrohung wächst nicht abrupt, sondern entfaltet sich schleichend und mit wachsender Intensität.

„Das Grauen von Dunwich“ ist somit eine bemerkenswert stilsichere Umsetzung, die weniger auf effekthafte Schockmomente als auf atmosphärische Verdichtung setzt. In ihrer Konsequenz gelingt der Produktion eine eindringliche Annäherung an Lovecrafts Weltbild, ein Hörspiel, das das Grauen nicht ausstellt, sondern erfahrbar macht und gerade darin seine nachhaltige Wirkung entfaltet.

5 von 6 Sternen: ★★★★★   Kritik: Michaela Springer

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11. GRIMMS MÄRCHEN 20
Die goldene Gans / Doktor Allwissend / Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtet

Produktion: Titania Medien GmbH
Vetrieb: Bastei LÜBBE Audio, edel
Produzenten: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Regie: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2026
Dauer: über 71 min.
Alter: ab 4 Jahren
VÖ: 27. März 2026 auf CD und Download, u.a. bei: itunes und amazon sowie unter https://lnk.to/grimmsmaerchen20
ISBN: 978-3-86212-393-3

Mit der zwanzigsten Folge der Reihe GRIMMS MÄRCHEN   setzt Titania Medien seine ambitionierte Hörspielarbeit im Spannungsfeld von werkgetreuer Nacherzählung und atmosphärischer Neuinterpretation fort. Die Episode vereint mit „Die goldene Gans“, „Doktor Allwissend“ und „Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtet“ drei sehr unterschiedlich gelagerte Texte aus der Sammlung der Brüder Grimm und demonstriert damit eindrucksvoll die Bandbreite märchenhafter Erzähltraditionen zwischen burlesker Komik, listiger Sozialkritik und existenzieller Bewährungsprobe.

Den Auftakt bildet „Die goldene Gans“, ein paradigmatisches Aufstiegsmärchen, das mit den vertrauten Motiven des unterschätzten Jüngsten und der wundersamen Belohnung operiert. Titania Medien gelingt es, die Leichtigkeit und den humoristischen Kern der Vorlage klanglich präzise umzusetzen, ohne in die bloße Idyllische abzugleiten. Die episodische Struktur des Märchens wird durch eine rhythmisch pointierte Inszenierung zusammengehalten, die insbesondere in den sich steigernden Begegnungen entlang der Reise ihre Wirkung entfaltet.

Mit „Doktor Allwissend“ folgt ein kürzeres, stark dialogisch geprägtes Stück, das seine Komik aus der Diskrepanz zwischen Schein und Sein bezieht. Der vermeintliche Gelehrte, der seine Autorität allein aus Zufall und Missverständnis gewinnt, wird hier nicht als bloße Karikatur geführt, sondern als ambivalente Figur zwischen Bauernschläue und sozialer Maskerade. Die Inszenierung setzt auf präzises Timing und nuancierte Sprecherführung, wodurch die ironische Brechung des Stoffes überzeugend zur Geltung kommt.

Den Abschluss bildet „Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtet“, das deutlich dunklere und existenziell grundierte Züge trägt. Das Motiv der Furchtlosigkeit wird hier nicht als heroische Tugend, sondern als problematische Leerstelle verhandelt, die erst im Durchgang durch Bedrohung und Erfahrung Bedeutung gewinnt. Titania Medien akzentuiert diese Entwicklung durch eine verdichtete Klangdramaturgie, die mit atmosphärischer Dichte und gezielt eingesetzten Spannungsmomenten arbeitet. Gerade in den ruhigeren Passagen entfaltet das Hörspiel eine suggestive Kraft, die über den reinen Plot hinausweist.

Produktionstechnisch bleibt sich das Label treu. Die akustische Gestaltung ist differenziert, die Geräuschkulissen sind präzise gesetzt und vermeiden jede Form vordergründiger Illustration. Die Musik fungiert als strukturierendes Element, das die einzelnen Märchen tonal voneinander abgrenzt und zugleich den Rahmen der Folge zusammenhält.

Die Sprecherleistungen bewegen sich durchwegs auf hohem Niveau. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit, die unterschiedlichen Tonlagen der drei Märchen, vom heiteren Volksstück über die ironische Groteske bis hin zur düsteren Initiationsgeschichte, jeweils angemessen zu treffen, ohne die übergreifende stilistische Kohärenz der Produktion zu gefährden.

So erweist sich Folge 20 der GRIMMS MÄRCHEN-Reihe als sorgfältig komponierte Zusammenstellung, die die Vielgestaltigkeit der Grimm’schen Überlieferung hörspielästhetisch überzeugend zur Geltung bringt. Titania Medien gelingt es einmal mehr, die vermeintlich vertrauten Stoffe nicht nur zu bewahren, sondern ihnen durch klangliche Präzision und interpretatorische Sensibilität neue Konturen zu verleihen.

5 von 6 Sternen: ★★★★★      Kritik: Michaela Springer

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12. GRIMMS MÄRCHEN 19
Das singende springende Löweneckerchen / Die Wichtelmänner / Die Bienenkönigin

Produktion: Titania Medien GmbH
Vetrieb: Bastei LÜBBE Audio, edel
Produzenten: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Regie: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2025
Dauer: 73 min.
Alter: ab 4 Jahren
VÖ: 28. November 2025 auf CD und Download, u.a. bei: itunes und amazon sowie unter https://lnk.to/grimmsmaerchen19
ISBN: 978-3-86212-392-6

Mit der 19. Folge ihrer Grimms Märchen-Reihe bleibt Titania Medien ihrer etablierten Linie treu und präsentiert drei weniger häufig adaptierte Texte der Brüder Grimm: „Das singende springende Löweneckerchen“, „Die Wichtelmänner“ und „Die Bienenkönigin“. Die CD erweist sich als sorgfältiges Hörspielalbum, das erzählerische Klarheit, atmosphärische Dichte und handwerkliche Präzision verbindet.

Im Mittelpunkt steht einmal mehr die kunstvolle Dramatisierung der literarischen Vorlagen. Titania Medien gelingt es, die teils komplexen, episodisch angelegten Märchenstoffe stringent zu strukturieren, ohne deren märchentypische Offenheit und poetische Eigenwilligkeit zu glätten. Besonders „Das singende springende Löweneckerchen“ profitiert von der fein austarierten Balance zwischen romantischem Zaubermärchen und moralischer Prüfungsreise. Die Inszenierung betont das Motiv der Bewährung und Verwandlung, ohne ins Sentimentale abzugleiten.

„Die Wichtelmänner“ bildet dazu einen wohltuenden Kontrapunkt. Das kürzere Märchen wird mit leichter Hand und rhythmischem Erzählfluss umgesetzt. Hier zeigt sich die Stärke der Reihe im Umgang mit Humor und volkstümlicher Erzähltradition: Die Figuren bleiben typisiert, gewinnen jedoch durch präzise gesetzte Dialoge und akustische Details an Lebendigkeit.

Mit „Die Bienenkönigin“ schließt die CD in einem ruhigeren, beinahe kontemplativen Ton. Die Betonung von Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und stiller Moralität wird durch eine zurückhaltende Inszenierung unterstrichen, die dem Märchen Raum zum Atmen lässt. Gerade diese Zurücknahme erweist sich als kluger dramaturgischer Entscheid, da sie die ethische Dimension der Vorlage klar hervortreten lässt.

Hervorzuheben ist erneut die durchwegs hohe Qualität der Sprecherinnen und Sprecher. Die Stimmen sind präzise geführt, charakterlich klar differenziert und fügen sich nahtlos in das Gesamtgefüge ein. Musik und Geräuschkulisse unterstützen die Erzählung unaufdringlich, schaffen Stimmungen, ohne je illustrativ oder aufdringlich zu wirken. Die Produktion vertraut auf die Wirkung des Wortes – ein Ansatz, der sich gerade im Märchengenre als nachhaltig überzeugend erweist.

Insgesamt bestätigt Grimm Märchen 19 den hohen Anspruch der Reihe. Die CD richtet sich nicht nur an ein junges Publikum, sondern ebenso an erwachsene Hörerinnen und Hörer, die literarisch fundierte, ästhetisch anspruchsvolle Hörspieladaptionen schätzen. Titania Medien beweist einmal mehr, dass klassische Märchenstoffe auch jenseits modischer Aktualisierungen ihre Relevanz entfalten können, vorausgesetzt, sie werden mit Respekt vor dem Original und feinem Gespür für Dramaturgie umgesetzt.

Zum hockarätigen Cast zählen die kürzlich verstorbenen Schauspiel-Legenden Peter Weis und Arianne Borbach, sowie Patrick Bach, Regina Lemnitz, Lutz Mackensy, Martin May, Ferdi Özten, Reinhilt Schneider, Bodo Primus, Ingeborg Kallweit, Bernd Kreibich, u.a.

5 von 6 Sternen: ★★★★★   Kritik: Michaela Springer

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E. & H. Heron
13. GRUSELKABINETT
Folge 196: Flaxman Low - Der Fall Saddler’s Croft

Produktion: Titania Medien GmbH
Vetrieb: LÜBBE Audio
Produzenten: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Regie: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2025
Dauer: ca. 79 min.
Alter: ab 14 Jahren
VÖ: 28. November 2025 auf CD und Download, u.a. bei: itunes und amazon sowie unter https://lnk.to/saddlerscroft
ISBN: 78-3-7857-8713-7

Mit Gruselkabinett Folge 196 widmet sich Titania Medien erneut dem viktorianischen Okkult-Detektiv Flaxman Low und adaptiert mit „Der Fall Saddler’s Croft“ einen Stoff, der weniger auf vordergründige Effekte als auf subtile Verunsicherung setzt. Die Produktion bestätigt einmal mehr die editorische Handschrift des Labels, literarische Sorgfalt, dramaturgische Disziplin und ein ausgeprägtes Gespür für Atmosphäre.

Die Handlung entfaltet sich als klassischer Spukfall mit rationalem Gegengewicht. Saddler’s Croft, ein Anwesen, dessen Geschichte von unheimlichen Vorfällen durchzogen ist, fungiert nicht bloß als Schauplatz, sondern als akustisch und dramaturgisch verdichteter Resonanzraum. Die Erzählung nimmt sich Zeit die Bedrohung schleichend aufzubauen und vermeidet dabei den schnellen Schrecken zugunsten einer stetig wachsenden Unruhe. Der Fall lebt von Andeutungen, von der Reibung zwischen Zeugenaussagen und der analytischen Haltung des Protagonisten.

Dramaturgisch bleibt die Adaption eng am literarischen Ursprung, ohne museal zu wirken. Die Dialoge sind präzise geführt, klar strukturiert und frei von zeitgeistigen Brüchen, was der historischen Verortung zugutekommt. Gleichzeitig gelingt es, die Erzählökonomie an das Hörspielformat anzupassen. Straffungen wirken organisch, Spannungsbögen sind sauber gesetzt, und die Auflösung fügt sich folgerichtig in das zuvor Etablierte ein.

Besonders hervorzuheben ist die akustische Gestaltung. Titania Medien beweist erneut ein feines Ohr für räumliche Tiefe und klangliche Texturen. Geräusche und Musik werden nicht illustrativ eingesetzt, sondern dramaturgisch funktional Schritte. Wind, entfernte Laute und gezielt gesetzte Stille erzeugen ein akustisches Szenario, das die Imagination des Publikums, fordert und fördert. Der Score bleibt zurückhaltend und verstärkt die melancholische Grundstimmung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Auch schauspielerisch überzeugt die Produktion durch Geschlossenheit. Die Stimmenführung ist klar, die Charaktere sind deutlich konturiert, ohne karikierend zu wirken. Flaxman Low erscheint als ruhiger, analytischer Pol, dessen nüchterne Beobachtungen den übersinnlichen Phänomenen ein rationales Gegengewicht geben. Gerade dieser Kontrast bildet den Kern der Spannung. Der Schrecken entsteht weniger aus dem Unbekannten selbst als aus der Frage, wie weit sich dieses erklären lässt.

Inhaltlich reiht sich „Der Fall Saddler’s Croft“ nahtlos in die Flaxman-Low-Episoden des Gruselkabinetts ein. Wer spektakulären Horror oder explizite Schockmomente sucht, wird hier nicht fündig. Stattdessen richtet sich die Folge an ein Publikum, das den klassischen, literarisch fundierten Grusel schätzt, eine Schule des Horrors, die auf Atmosphäre, psychologische Suggestion und narrative Stringenz setzt.

Titania Medien demonstriert erneut, wie wirkungsvoll sich historische Vorlagen im Hörspielformat umsetzen lassen, wenn Respekt vor dem Stoff mit handwerklicher Präzision einhergeht. „Der Fall Saddler’s Croft“ ist ein leiser, dichter Beitrag zum Gruselkabinett und gerade darin besonders nachhaltig.

Mit den bekannten Stimmen von Rolf Berg, Christian Rudolf, Kai Taschner, Tim Kreuer und Regine Lamster

5 von 6 Sternen:  ★★★★★       Kritik: Michaela Springer

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14. SHERLOCK HOLMES -
Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs
Folge 69: Die Perle des Mandarins

Vertrieb: LÜBBE Audio
Produktion: Titania Medien GmbH
Produzenten: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Stöger
Regie: Stephen Bosenius, Marc Gruppe
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2025
Dauer: ca. 92 min. (2 CDs)
Alter: ab 12 Jahren
VÖ: 28. November 2025 auf 2 CDs sowie als Download u.a. bei: itunes und amazon sowie unter https://lnk.to/mandarin
ISBN: 978-3-7857-8716-8

Mit der 69. Folge ihrer Sherlock-Holmes-Reihe beweist Titania Medien einmal mehr, warum die Serie seit Jahren zu den konstantesten und hochwertigsten Produktionen des deutschsprachigen Hörspielmarkts zählt. DIE PERLE DES MANDARINS fügt sich nahtlos in das etablierte Qualitätsniveau ein und setzt zugleich feine Akzente, die diese Episode über routinierte Serienware hinausheben.

Inhaltlich bewegt sich das Hörspiel im Spannungsfeld von klassischem Detektivstoff und exotisch aufgeladener Geheimnisdramaturgie. Der Titel verheißt bereits eine Geschichte, die mit kulturellen Projektionen, Machtbegehren und kriminalistischer Raffinesse spielt. Das Drehbuch nutzt diese Ausgangslage klug, ohne in plakative Effekte zu verfallen. Stattdessen entfaltet sich die Handlung ruhig, strukturiert und mit einem ausgeprägten Gespür für atmosphärische Verdichtung, eine Stärke, die Titania Medien seit jeher auszeichnet.

Besonders hervorzuheben ist die dialogische Präzision. Die Figuren sind klar konstruiert, ihre Motivationen nachvollziehbar, ihre Interaktionen tragen die Handlung organisch voran. Sherlock Holmes agiert hier weniger als unnahbares Genie denn als scharfsinniger Beobachter, dessen analytische Überlegenheit sich aus Details speist, nicht aus bloßer Behauptung. Dr. Watson fungiert erneut als unverzichtbares Gegengewicht: empathisch, erdend und dramaturgisch sinnvoll eingebunden.

Die akustische Umsetzung überzeugt auf ganzer Linie. Die Geräuschkulisse ist differenziert und niemals überladen. Regie und Schnitt setzen auf Zurückhaltung und Präzision, eine Entscheidung, die der Erzählung Raum gibt und dem Hörer ermöglicht, sich ganz auf die Geschichte einzulassen.

Auch die Sprecherleistungen bewegen sich auf hohem Niveau. Die Hauptrollen sind souverän besetzt, die Nebenfiguren sorgfältig ausgearbeitet und frei von karikierender Überzeichnung. Gerade in einer Episode, die mit kulturell konnotierten Motiven arbeitet, erweist sich diese Ernsthaftigkeit als wohltuend und professionell.

DIE PERLE DES MANDARINS ist keine Folge, die mit spektakulären Wendungen oder Effekthascherei imponieren will. Ihre Stärke liegt vielmehr in der kontrollierten Dramaturgie, der atmosphärischen Geschlossenheit und der handwerklichen Sorgfalt. Für langjährige Hörerinnen und Hörer bietet sie vertrauten Hörgenuss auf hohem Niveau, für Neueinsteiger einen repräsentativen Eindruck davon, was die Sherlock-Holmes-Reihe von Titania Medien ausmacht: klassisches Erzählen, modern produziert, mit Respekt vor Stoff und Publikum.

Mit den bekannten Stimmen von Joachim Tennstedt als Sherlock Holmes, Detlef Bierstedt als Dr. Watson, Regina Lemnitz als Mrs. Hudson, Lutz Reichert als Inspektor Lestrade sowie Willi Röbke, Tim Kreuer, Hans Bayer, Christian Rudolf, Rolf Berg, Stephan Bosenius und Marc Gruppe.

5 von 6 Sternen:  ★★★★★       Kritik: Michaela Springer

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Andreas Eschbach (Autor), Matthias Koeberlin (Sprecher)
15. DIE AUFERSTEHUNG -

Krimi-Hörbuch

Label: EUROPA/ Sony Music Family Entertainment
Autor: Andreas Eschbach
Sprecher: Matthias Koeberlin
Dauer: 11 Stunden und 42 Minuten
Alter
: ab 8 Jahren
VÖ: 22. August 2025 als Download
ISBN: 406-9-8287-3187-5

Mit DIE AUFERSTEHUNG setzt das Traditionslabel Europa einen markanten Akzent innerhalb seiner Reihe und führt den vertrauten Kosmos der drei Fragezeichen mit spürbarer erzählerischer Konsequenz fort. Das Hörbuch versteht sich nicht als nostalgischer Rückgriff, sondern als selbstbewusste Erweiterung einer seit über fünf Jahrzehnten gewachsenen Erzählwelt. Besonders hervorzuheben ist die thematische Präzision, mit der vertraute Motive aufgenommen und zugleich um eine dramaturgische Reife ergänzt werden, die weit über klassische Spannungselemente hinausreicht.

Im Zentrum steht die unerwartete Rückkehr einer Person, die seit Jahren als verschollen galt und nun mit fragmentarischen Erinnerungen, aber erstaunlich präzisem Wissen über vergangene Ereignisse nach Rocky Beach zurückkehrt. Die damit einhergehenden Spekulationen verleihen dem Fall schnell eine beinahe mythische Dimension. Übereinstimmende Zeugenaussagen zu kaum erklärbaren Begegnungen und ein anonymer Hinweis lenken die Detektive auf ein weit verzweigtes Geflecht aus Desinformation, das sich als weitaus komplexer erweist, als zunächst angenommen.

Schließlich legt das Ermittlertrio ein Netzwerk aus alten Verletzungen, gezielt gestreuten Gerüchten und einer kunstvoll konstruierten Identität offen, die allein dem Zweck diente, die öffentliche Wahrnehmung zu steuern. DIE AUFLÖSUNG dekonstruiert nicht nur die entstandene Legende, sondern verdeutlicht zugleich die Dynamik, mit der Mythen eine Gemeinschaft prägen können.

(c) Katja Kuhl

Der Sprecher Matthias Koeberlin agiert mit hoher Souveränität. Er verleiht Jonas Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews jene charakteristische Mischung aus Routine und frischer Energie, die die Serie seit Jahrzehnten trägt. Die gewachsene Reife der Charaktere spiegelt sich sowohl in der nuancenreichen Interpretation als auch in der pointierten Interaktion des Trios.

Insgesamt erweist sich DIE AUFERSTEHUNG als überzeugendes Beispiel für die Weiterentwicklung einer langlebigen Marke. Die Produktion verbindet narrative Souveränität mit klassischer Krimispannung und reflektiert die Geschichte ihrer Figuren mit bemerkenswerter Sensibilität. Für langjährige Hörer entsteht so ein Werk, das Vertrautheit und Erneuerung in ein ausgewogenes Verhältnis bringt. 

Das Buch DIE AUFERSTEHUNG erschien im Juli 2025im KOSMOS Verlag. Das Hörbuch ist bei allen gängigen Hörbuch-Anbietern erhältlich: 
https://dreifragezeichen.lnk.to/auferstehungAW

5 von 6 Sternen: ★★★★★       Kritik: Michaela Springer

Das Höbuch auf der Drei ??? Homepage

Sebastian Fitzek (Autor), Simon Jäger (Sprecher)
16. DER NACHBAR -
Thriller-Hörbuch

Produktion: Argon Verlag
Autor: Sebastian Fitzek
Sprecher: Simon Jäger
Produktionsland/ -jahr: Deutschland 2025
Dauer: 8 Std.
Alter: ab 16 Jahren
VÖ: 22. Oktober 2024 auf CD und Download
ISBN: 978-3-8398-1643-1

Simon Jäger ist der Sprecher aller Hörbücher von Sebastian Fitzek. Seit über 15 Jahren sind die beiden ein gefeiertes Team und erhielten bereits mehrfach die Goldene Schallplatte. Gruselig-spannend setzt Simon Jäger auch Der Nachbar wieder für alle Fans in Szene.

Simon Jäger beweist in DER NACHBAR einmal mehr seine Qualität als dezent er und eindringlicher Interpret. Er differenziert die Stimmen der Figuren mit feinem Stimmformgefühl, trifft die nervösen, inneren Schwingungen der Protagonistin präzise und behält auch in dramaturgisch zugespitzten oder beinahe theatralischen Passagen eine kontrollierte, glaubwürdige Tonlage. Jägers Nuancierung sorgt dafür, dass psychologische Regungen nicht plakativ, sondern nachvollziehbar werden, zugleich schafft seine Leseart einen stabilisierenden Rahmen, der den Hörer:innen Orientierung gibt, wenn die Erzählung selbst in überraschende Wendungen ausbricht.

Das Gesamtergebnis ist ein hörenswertes Werk, das vor allem durch Stimmung und Sound überzeugt. Die Produktion punktet durch eine starke, atmosphärische Dichte und Jägers interpretatorische Leistung. Erzählerisch erreicht das Stück nicht durchgehend Spitzenklasse, doch als akustische Erfahrung funktioniert es beeindruckend, insbesondere für Hörer:innen, die psychologische Suspense und sorgfältige Sprecherarbeit schätzen.

(c) Christian Hartmann.com

5 von 6 Sternen: ★★★★★
                            Kritik: Michaela Springer

Der Sprecher:
Simon Jäger ist neben seiner Arbeit als Hörbuchsprecher als Dialogautor, Regisseur und Synchronsprecher tätig. Unter anderem ist er die deutsche Stimme von Matt Damon und Josh Hartnett. Mit seiner markanten, eindringlichen Stimme macht er alle Hörbücher zu etwas Besonderem.

(c) Marcus Höhn

Der Autor:
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands meistverkaufter Autor. Seit 2006 schreibt er Psychothriller, die allesamt zu Bestsellern wurden. Seine Bücher sind in 36 Sprachen übersetzt und über 19 Millionen Mal verkauft. Viele davon sind erfolgreich verfilmt, jüngst wurde Die Therapie als sechsteilige Miniserie für Amazon Prime produziert. 2017 wurde Sebastian Fitzek als erster deutscher Autor mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er ist Stifter des Viktor Crime Awards und engagiert sich als Schirmherr für den Bundesverband »Das frühgeborene Kind« e.V. Sebastian Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin.

Das Hörbuch beim ARGON-Verlag

17. Die drei ??? (226) -
Die Spur der Toten

Label: EUROPA/ Sony Music Family Entertainment
Buch:
André Minninger
Regie & Produktion:
Heikedine Körting
Titelmusik:
Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL)
Musik:
Jan-Friedrich Conrad, Constantin Stahlberg,
Jens-Peter Morgenstern, Betty George
Alter:
ab 9 Jahren
VÖ:
22. März 2024 auf CD und Download

Die Story:
Bob erhält Post von einem Anwalt. Die Vergangenheit holt ihn ein und lässt ihn an seinem Verstand zweifeln. Eine alte Bekannte hat ihm ein unheimliches und bizarres Vermächtnis hinterlassen. Er soll nach ihrem Ableben ihren Mörder zur Strecke bringen. Die drei von ihr besprochenen Tonträger, welche Geheimnisse auch von Bob offenbaren, werden aus der Zentrale gestohlen. Sofort nehmen die drei die Spur auf. Können sie den Dieb fassen? Wurde die Bekannte ermordet? Wenn ja, von wem?

Seit mehr als 40 Jahren lösen sie die kompliziertesten Verbrechen. Mit 35 Millionen verkauften Tonträgern, 5 Milliarden verkauften Streams und ausverkauften Hallen sind sie die erfolgreichste Hörspielreihe. Sie sind Kult! Und das generattionsübergreifend. All die Jahre haben Oliver Rohrbeck (Justus), Jens Wawrczeck (Peter) und Andreas Fröhlich (Bob) den Figuren ihre Stimme verliehen. Begonnen als Teenager sind sie selbst mittlerweile Mitte 50. So sind nach all den Jahre auch die Figuren etwas älter geworden.

Die Geschichten sind durchaus auch für Erwachsene bzw. für jung gebliebene. So ist auch der Fall 226 „Die Spur der Toten“ voller Spannung und überraschenden Wendungen. Die Geräuschkulisse schafft den atmosphärischen Rahmen mit vielen Spannungsmomenten. Der Erzähler, Axel Milberg hat eine angenehme, tragende Stimme. Und Judy Winter als Clarissa Franklin bringt Hoolywood Flair (Synchronstimme von Jane Fonda und Shirley Mc Claine).

Ein neuer spannender Fall und ein Muss für jeden Fragezeichen Begeisterten.

6 von 6 Sternen: ★★★★★★               Kritik: Michaela Springer

Kapitel:
01. Lebensbilanz
02. Entlassen
03. Innere Uhr
04. Äußerste Konzentration
05. Schock
06. Richtig geschlussfolgert


www.dreifragezeichen.de
www.natuerlichvoneuropa.de

Hauptsprecher:innen:
Erzähler  - Axel Milberg
Justus Jonas - Oliver Rohrbeck
Peter Shaw - Jens Wawrczeck
Bob Andrews - Andreas Fröhlich
Clarissa Franklin - Judy Winter
Jack Cliffwater - Oliver Kalkofe
Mr. Bumblebee - Tim Grobe
Inspektor Cotta - Holger Mahlich
Mrs. Evans - Merete Brettschneider
Mr. Powers - Achim Buch
Meyer - Tim Helssen



 



 

 

 

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