28.03.2026 - Stadthalle/ Mülheim an der Ruhr
FALCO MEETS AMADEUS
on Tour 2026
Im Mittelpunkt des Musicals steht Johann „Hans“ Hölzel, besser bekannt als Falco, ein rastloser, ehrgeiziger Künstler, der mit Ruhm, Druck und Selbstzweifeln kämpft. Trotz seines Erfolgs fühlt er sich innerlich leer und ist auf der Suche nach Sinn, Inspiration und künstlerischer Erfüllung.
Eines Nachts gerät Falco in eine mystische Begegnung mit Wolfgang Amadeus Mozart, der ihm als eine Art Spiegelbild erscheint: ein ebenso genialer wie exzentrischer Künstler, der bereits Jahrhunderte zuvor mit ähnlichen Konflikten zu kämpfen hatte. Amadeus taucht im Laufe der Geschichte immer wieder auf, und zwischen den beiden entstehen intensive Dialoge über Genie und Wahnsinn, Erfolg und Einsamkeit sowie Freiheit und gesellschaftliche Erwartungen.
Falco wird zudem im Verlauf seiner Geschichte mit verschiedenen Stationen seines Lebens konfrontiert, seinem kometenhaften Aufstieg („Rock Me Amadeus“), seinen internationalen Erfolgen, aber auch seinen Abstürzen, Exzessen und Zweifeln.
Das Musical beginnt und endet mit dem tragischen Tod Falcos. Sebastian Achilles, der Falcos Manager Horst Bork spielt, führt das Publikum dabei durch Falcos Geschichte und sein Leben.
Das Bühnenbild ist eher schlicht gehalten, was bei einer Tourproduktion mit wechselnden Spielorten absolut nachvollziehbar ist, und dennoch sehr gelungen umgesetzt. Zwei LED-Leinwände im Hintergrund lassen sich flexibel öffnen, sodass die Band dahinter sichtbar wird oder auch nicht. Zudem werden dort immer wieder Originalaufnahmen und Interviews von Falco eingeblendet. Ergänzt wird das Bühnenbild durch zwei Treppenelemente rechts und links, die gekonnt in Szene gesetzt werden. Die Requisiten sind insgesamt reduziert, etwa ein Schminktisch mit Spiegel, bei dem Falco Amadeus erscheint, oder ein Stuhl auf dem Falco thront, fügen sich aber stimmig ins Gesamtbild ein.
Das Stück lebt vor allem von den einzelnen Songs sowie den phänomenalen Tanzeinlagen des Ensembles (Choreografie: Amy Share-Kissiov). Besonders heraus sticht dabei die „Rock Me Amadeus“-Szene: Hier tritt das Ensemble in historischen Kostümen auf, und der Musikvideodreh wird eindrucksvoll auf der Bühne nachgestellt.
Alexander Kerbst und Stefanie Kock stehen nicht nur als Hauptdarsteller auf der Bühne, sondern haben das Stück auch geschrieben. Stefanie Kock übernimmt zudem die Rolle der Ana Conda, die die dunkle Seite in Falcos Leben verkörpert. Ihr gegenüber steht Jeanny, gespielt von Anna Sophie Weidinger, die die helle Seite darstellt. Beide Figuren treffen im Laufe des Stücks immer wieder aufeinander: Während Ana Conda Falco auf die düstere Seite zu ziehen versucht, kämpft Jeanny darum, ihn aus seiner Depression zurück ins Licht zu holen.
Der Höhepunkt des Stücks ist das Finale mit „Out of the Dark“. Neben der gesanglichen Leistung von Alexander Kerbst beeindrucken hier vor allem auch die Tänzer:innen. Sie treten als weiße und schwarze Engel auf, jeweils mit einem Flügel an einem Arm, verbinden sich kurz und lösen sich dann wieder voneinander.
Alexander Kerbst überzeugt als Falco auf ganzer Linie. Mit seiner Mimik und Präsenz bringt er sowohl die Coolness als auch die Zerrissenheit der Figur glaubwürdig auf die Bühne. Er steht nahezu den gesamten Abend auf der Bühne, singt ein Lied nach dem anderen und kommt dem Original sehr nahe. Besonders seine Interpretationen von „Jeanny“ und „Out of the Dark“ sorgen für Gänsehautmomente.
Michael Konicek übernimmt die Rolle des Amadeus. Auch ohne eigene Gesangsnummer spielt er die Figur sehr überzeugend, überheblich, pointiert und mit starker Bühnenwirkung. Seine Dialoge mit Falco sind durchwegs gelungen in Szene gesetzt.
Stefanie Kock und Anna Sophie Weidinger begeistern als Ana Conda und Jeanny und harmonieren auch gesanglich sehr gut mit Alexander Kerbst.
Am Ende sind es vor allem die Songs von Falco, die das Musical tragen. Sie werden durchwegs stark inszeniert und überzeugend dargeboten. Das Publikum wird noch einmal zurückversetzt in das Leben Falcos und die damalige Zeit.
6 von 6 Sternen: ★★★★★★ Kritik: Verena Bartsch








