18.01.2026 - Globe/ Wien 

MAYA HAKVOORT in Concert
honoring Barbra Streisand


Mit HONORING BARBRA STREISAND unternimmt Maya Hakvoort ein ambitioniertes Projekt, die Würdigung einer der prägendsten Stimmen und Persönlichkeiten der amerikanischen Musikgeschichte. Barbra Streisand ist weit mehr als eine Produzentin, Regisseurin, Drehbuchautorin, Schauspielerin und Songschreiberin, sie ist ein kulturelles Phänomen, ein Gesamtkunstwerk aus stimmlicher Brillanz, Haltung und politischem Bewusstsein. Wer sich ihrem Repertoire nähert, bewegt sich zwangsläufig im Spannungsfeld zwischen Ehrfurcht und eigener künstlerischer Handschrift. Hakvoort entscheidet sich konsequent für Letzteres und beweist, dass sie zu den wenigen gehört, die diesem Anspruch gerecht werden können.

Bereits in den ersten Takten wird deutlich, dass diese Show keine bloße Reproduktion anstrebt. Hakvoort imitiert Streisand nicht, sondern übersetzt deren Werk in ihre eigene künstlerische Sprache. Ihre Stimme warm, kraftvoll und technisch präzise trägt die großen Balladen wie „The Way We Were“, „People“ oder „Evergreen“ mit einer Selbstverständlichkeit, die Respekt vor dem Original erkennen lässt, ohne sich darin zu verlieren. Besonders in den leisen Momenten überzeugt sie durch kontrollierte Zurückhaltung, kein überzogenes Pathos, keine emotionale Überdehnung, sondern fein nuancierte Intensität.

Eine besondere Stärke des Abends liegt in der dramaturgischen Gestaltung, welche in Zusammenarbeit mit Ramesh Nair entstanden ist. Hakvoort präsentiert die Songs nicht als lose Aneinanderreihung, sondern als Stationen einer biografischen Reise von 1960 bis etwa 2000. Zwischen den musikalischen Nummern verwebt sie persönliche Anekdoten mit Einblicken in Streisands Karriere, thematisiert deren Kampf gegen gängige Schönheitsideale im Showbusiness sowie ihren Mut zur Eigenwilligkeit. Diese Moderationen wirken authentisch und sympathisch. Hier spricht eine Künstlerin, die sich ernsthaft und reflektiert mit ihrem Vorbild auseinandergesetzt hat.

Musikalisch bewegt sich die Produktion durchgehend auf hohem Niveau.
Jeff Frohner als musikalischer Leiter dirigiert souverän die 9-Mann-Band und acht Streicher der Jungen Philharmonie Wien. Seine Arrangements bleiben überwiegend nah am Original, ohne jedoch an Frische einzubüßen. Besonders gelungen ist die Interpretation von „Papa Can You Hear Me“ und „A Peace of Sky" aus dem Musical-Film Yentl, die durch emotionale Tiefe und stimmliche Klarheit besticht.


Als Duett Partner bereichern Monika Ballwein (als Donna Summer und Celine Dion) und Andie Gabauer (Barry Gibb und Neil Diamond) mit stimmlicher Präsenz und Ausdruckskraft den Abend. Ein Teil des CULINARICAL-Teams aus dem Vindobona fungiert als Backgroundchor und sorgt für zusätzliche klangliche Fülle.

HONORING BARBRA STREISAND ist keine nostalgische Rückschau, sondern eine lebendige, zeitgemäße Auseinandersetzung mit einem musikalischen Erbe. Maya Hakvoort gelingt das Kunststück, Respekt und Eigenständigkeit miteinander zu verbinden. Sie ehrt Streisand nicht durch bloße Nachahmung, sondern durch eigenständige Interpretation – und genau darin liegt die besondere Qualität dieser Show.

Unterm Strich präsentiert sich der Abend als sensibles, klug komponiertes Porträt einer Ikone, getragen von einer Künstlerin, die selbst genügend Format besitzt, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Eine klare Empfehlung nicht nur für Streisand-Fans, sondern für alle, die große Stimmen und ehrliche Emotionen schätzen.

6 von 6 Sternen: ★★★★★★
           Kritik: Michaela Springer; Fotos: Wolfgang Springer

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www.maya-hakvoort.com



 

 

 

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