23.03.2025 - Gleis 21/ Wien

THERESE

Das Theaterstück mit musikalischer Untermalung THERESE nach Arthur Schnitzler von Rita Luksch erzählt die Geschichte einer Frau, die den Mut findet, sich gegen die Konventionen ihrer Zeit aufzulehnen. Es ist ein One-Woman-Kammerspiel voller leiser Intensität, das Fragen nach Identität, Freiheit und gesellschaftlicher Erwartungen aufwirft.

Therese lebt in einer Welt, die ihr einen Platz zuweist, in den sie sich fügen soll. Aber sie rebelliert, bricht aus und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand. Es ist ein hartes Leben, indem sie Männer ausnützen und sie sich mit einem unehelichen Kind allein durchschlagen muss. Aus Scham verheimlicht sie ihren Sohn und gibt es in Obhut fremder Leute, während sie als Erzieherin in reichen Häusern arbeitet. Hätte sie ihren Verehrer, der Arzt studierte, nicht betrogen oder den von der Mutter bevorzugten alten, wohlhabenden Mann geehelicht, wäre ihr Leben wohl anders verlaufen. Ihr Ende wäre vermutlich nicht so grausam gewesen. So beschreitet sie ihren selbstbestimmten Weg.

Es ist keine offene Rebellion, die in ihr wächst, sondern stets ein stilles Erkennen. Sie hinterfragt und betrachtet ihr Leben nicht mehr als unabweichliches Schicksal, sondern eines, das sie selbst formen kann. Therese ist eine Frau zwischen Anpassung und Erwachen.

Rita Luksch erzählt die Geschichte mit viel Feingefühl. Die Inszenierung setzt auf Reduktion, eine karge Bühne, abstrakte, aber symbolhafte Filmprojektionen und wenig Requisiten. Dadurch rückt das Spiel von Rita Luksch in den Mittelpunkt. Jede Bewegung, jede Stille und jede Stimmvariation bekommt dadurch eine besondere Bedeutung. Sie trägt das Stück mit einer beeindruckenden Intensität.

Die Musik von Georg Luksch ist mal treibende Kraft, dann wieder emotionaler Verstärker. Die musikalische Untermalung ist zurückhaltend, fast minimalistisch, aber deshalb so wirkungsvoll. Sie macht die unausgesprochenen Gefühle sichtbar. Die Musik ist hier kein schmückendes Beiwerk, sondern ein essenzieller Teil der Erzählung.

THERESE ist kein lautes Stück. Es erzählt von den Kämpfen, die viele Frauen in dieser Epoche führen mussten. Rita Luksch schafft es mit wenig Mitteln eine dichte und emotionale Atmosphäre zu erzeugen, die lange nachwirkt.

5 von 6 Sternen: ★★★★★

Kritik: Michaela Springer; Fotos: Wolfgang Springer

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Sämtliche geplanten Termine finden sich unter: 
https://ensemble21.at/termine/

Für THERESE ist das der 25.4. in Neulengbach, der 11.6. in Straden und der 26.7. in Weißenbach bei den Theatertagen.
Empfehlenswert auch die CD zum Stück.

Am 5.6. und 6.6. wird erstmals DER KLEINE PRINZ mit Gebärdensprache im Theater Spielraum zu sehen sein.




 

 

 

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