Thomas Rambauske (Autor)
aus der Reihe "Nix wie los!"
01. Wanderführer Waldviertel, Wachau und Dunkelsteinerwald
40 Touren in Niederösterreichs Nordwesten

Verlag: Kral-Verlag
Taschenbuch
: 2026 (1. Auflage)
Umfang: 240 Seiten
zahlreiche Abbildungen
Größe: 21 x 13 cm
Alter: o.A.
ISBN: 978-3-99103-362-2

Mit Nix wie los / Wanderführer Waldviertel, Wachau und Dunkelsteinerwald positioniert sich Thomas Rambauske bewusst zwischen klassischem Tourenkompendium und literarisch sensibilisiertem Naturführer. Der Band versteht sich nicht als bloße Sammlung von Routen, sondern als Einladung, eine vielschichtige Kulturlandschaft im Nordwesten Niederösterreichs differenziert zu erschließen.

Auffällig ist bereits der konzeptionelle Zugriff. Die Auswahl von 40 Wanderungen folgt keiner rein sportlichen oder touristischen Logik, sondern entfaltet eine dramaturgisch gedachte Vielfalt. Prominente Ziele der Wachau stehen gleichrangig neben weniger frequentierten Wegen im Waldviertel und im Dunkelsteinerwald. Diese kuratorische Entscheidung erweist sich als zentrale Stärke, da sie etablierte Hierarchien des Wanderbetriebs unterläuft und den Blick für vermeintlich periphere Räume schärft. Rambauske gelingt es, den Reiz des Unspektakulären herauszuarbeiten, eine Qualität, die im gegenwärtigen Outdoor-Diskurs oft hinter der Inszenierung ikonischer Panoramen zurücktritt.

Stilistisch bewegt sich der Autor souverän zwischen präziser Sachlichkeit und essayistischen Verdichtungen. Die Wegbeschreibungen sind verlässlich, klar strukturiert und auf praktische Nutzbarkeit ausgerichtet. Zugleich durchziehen persönliche Beobachtungen, historische Verweise und kulturgeografische Miniaturen die Texte. Diese Verschränkung von Information und Reflexion verleiht dem Band eine bemerkenswerte Tiefenschärfe.

Besonders überzeugend ist die konsequente Einbettung der Routen in ihren landschaftlichen und kulturellen Kontext. Wandern erscheint hier nicht als isolierte Freizeitpraxis, sondern als Form der Annäherung an eine historisch gewachsene Kulturlandschaft. Flussläufe, Forstwege und dörfliche Strukturen werden nicht nur beschrieben, sondern als lesbare Spuren menschlicher Nutzung interpretiert. Damit hebt sich das Buch deutlich von rein funktionalen Wanderführern ab.

Rambauskes Wanderführer erweist sich insgesamt als reflektiertes und eigenständiges Werk, das sich an ein Publikum richtet, das über bloße Weganleitungen hinausgehende Perspektiven sucht. Er spricht Leser an, die Wandern als kulturelle Praxis begreifen und bereit sind, sich auf die leisen Zwischentöne einer Region einzulassen. In seinem Plädoyer für ein entschleunigtes, aufmerksames Unterwegssein trifft der Band einen Ton, der jenseits kurzlebiger Outdoor-Trends Resonanz findet.

5 von 6 Sternen: ★★★★★   Kritik: Michaela Springer

Der Autor:
Mag. Thomas Rambauske, geb. 1961 in Wien, war AHS-Lehrer und Erzieher, ehe er sein Hobby – die Bergsteigerei – zum Beruf machte und Chefredakteur des österreichischen Outdoor-Magazins Land der Berge wurde. Rambauske fühlt sich auf den höchsten Gipfeln der Welt ebenso wohl wie im Wienerwald und in den Wiener Hausbergen. Ob auf Schneeschuhen, Tourenskiern, Schusters Rappen oder per Rad – Hauptsache: Natur! Er lebt in Wien und betreibt mit www.bergnews.com eines der vielseitigsten Outdoor-Portale im deutschsprachigen Raum.

Das Buch beim Kral-Verlag

Cover (c) Kral Verlag, Kral GmbH

Jussi Adler-Olsen (Autor), Stine Bolther, Line Holm (Co-Autorinnen), Friederike Buchinger (Übersetzerin)
02. Tote Seelen singen nicht
Thriller

Verlag: Penguin
Gebundenes Buch, Geb. mit Schutzumaschlag
: 1. Oktober 2025 (1. Auflage)
Umfang: 560 Seiten
Größe: 13,5 x 21,5 cm
Alter: 16
ISBN: 978-3-328-60345-0 (Buch), 978-3-641-31952-6 (eBook)

Der elfte Fall für das Sonderdezernat Q in Kopenhagen
Die internationale Bestseller-Reihe rund um den Ermittler Carl Mørck geht weiter!

Die Story (Verlagsinfo):
Carl Mørck ist raus! Nachdem er eine Weile unschuldig im Gefängnis war, quittiert er den Dienst im Sonderdezernat Q. Als Nachfolgerin taucht die toughe, geheimnisvolle Französin Helena Henry aus Lyon im Keller der Kopenhagener Polizei auf und legt die Füße auf Carls Tisch. Rose hasst die neue Kollegin vom ersten Augenblick an, Assad ist einigermaßen verwirrt von dieser faszinierenden Frau. Dass Helena ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt, macht es nicht leichter, ihr als neuer Kollegin zu trauen. Doch eine grausame Mordserie lässt keinen Raum für solche Überlegungen. Das Team muss handeln, und zwar schnell, denn das Motiv des Mörders liegt weit zurück in der Vergangenheit. Und es ist stark. Doch ausgerechnet Carl liefert dem Team die erste heiße Spur – die Jahrzehnte zurückführt, in ein Sängerinternat, in dem Entsetzliches geschehen ist …

Mit TOTE SEELEN SINGEN NICHT knüpft Jussi Adler-Olsen mit den Co-Autorinnen Stine Bolther und Line Holm an jene thematischen und ästhetischen Konstanten an, die sein Werk im Kanon des skandinavischen Kriminalromans verankert haben. Der Roman verbindet eine düstere Milieustudie mit psychologischer Tiefenschärfe und versteht sich weniger als klassisches Whodunit denn als Analyse moralischer und emotionaler Verwahrlosung.

Im Zentrum der Handlung steht ein komplexer Kriminalfall, der aus der Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirkt. Alte Schuld, lange verdrängte Verbrechen und zerstörte Biografien treten schrittweise zutage, als Ermittlungen einen scheinbar abgeschlossenen Vorgang erneut öffnen. Die Suche nach der Wahrheit führt in ein Geflecht aus persönlichen Traumata, institutionellem Versagen und bewusster Verdrängung, in dem Täter- und Opferrollen zunehmend verschwimmen. Die Handlung entfaltet sich dabei in mehreren Zeitebenen und gewinnt ihre Spannung weniger aus Aktion als aus dem allmählichen Freilegen psychischer und sozialer Abgründe.

Adler-Olsens besondere Stärke liegt in der Figurenzeichnung. Die Protagonisten erscheinen nicht als funktionale Ermittlungsinstanzen, sondern als beschädigte Persönlichkeiten, deren innere Leere und moralische Ambivalenz den Ton des Romans bestimmen. Der programmatische Titel verweist auf eine Welt, in der Empathie und Verantwortung erloschen sind und in der das Schweigen der „toten Seelen“ lauter wirkt als jede explizite Gewaltdarstellung.

Stilistisch bleiben die Autor:innen dem klaren, dialogorientierten Erzählen treu. Die Sprache ist präzise und schnörkellos, durchsetzt mit trockenem, teils schwarzem Humor, der als Kontrapunkt zur Schwere der Thematik fungiert. Nicht immer fügt sich diese Ironisierung bruchlos in die düstere Grundstimmung ein, stellenweise wirkt sie wie ein bewusst eingesetztes Ventil, das die emotionale Dichte kurzzeitig relativiert.

TOTE SEELEN SINGEN NICHT behauptet sich als substanzreicher Kriminalroman, der das Genre als Spiegel gesellschaftlicher Kälte und individueller Entfremdung ernst nimmt. Es gelingt, über den konkreten Fall hinaus Fragen nach Verantwortung, Schuld und moralischer Erstarrung zu stellen und damit eine Wirkung zu erzielen, die über den letzten Satz hinaus anhält.

5 von 6 Sternen: ★★★★★      Kritik: Michaela Springer

Der Autor:
JUSSI ADLER-OLSEN, Jahrgang 1950, Autor seit 1997, hat mit dem »längsten Kriminalroman der Welt in zehn Kapiteln« um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q in Kopenhagen eine der weltweit erfolgreichsten Thriller-Reihen geschrieben. Seine preisgekrönten und mehrfach verfilmten Bücher erscheinen in 45 Sprachen. 2025 startete die große Netflix-Neuverfilmung der Sonderdezernat-Q-Reihe durch US-Regisseur und Produzent Scott Frank. Für die lang ersehnte Fortsetzung der Bestsellerreihe hat Jussi Adler-Olsen sich mit den Kriminalexpertinnen Line Holm und Stine Bolther professionelle weibliche Verstärkung ins Boot geholt.

(c) Tine Harden

Co-Autorinnen:
STINE BOLTHER, Jahrgang 1976, ist Journalistin, Autorin, Podcast- und TV-Moderatorin und arbeitet seit über 25 Jahren als Gerichts- und Kriminalreporterin. Sie hat zahlreiche Bücher über wahre Verbrechen geschrieben. Gemeinsam mit Line Holm veröffentlicht sie auch die international erfolgreiche Thriller-Reihe um Kriminalhistorikerin Maria Just, zusammen mit Jussi Adler-Olsen und Line Holm schreibt sie seit 2025 die internationale Erfolgsreihe um das Sonderdezernat Q in Kopenhagen fort.
LINE HOLM, Jahrgang 1975, ist mehrfach ausgezeichnete Investigativjournalistin, Kriminalreporterin und Buchautorin und hat fast zwanzig Jahre für »Berlingske« gearbeitet. Gemeinsam mit Stine Bolther veröffentlicht sie auch die international erfolgreiche Thriller-Reihe um Kriminalhistorikerin Maria Just, zusammen mit Jussi Adler-Olsen und Stine Bolther schreibt sie seit 2025 die internationale Erfolgsreihe um das Sonderdezernat Q in Kopenhagen fort.

Das Buch beim Penguin Verlag

Virginia Roberts Giuffre (Autorin), Melanie Schirdewahn, Petra Pyka, Brigitte Rüssmann, Max Limper (Übersetzer:innen)
03. Nobody's Girl
Meine Geschichte von Missbrauch und dem Kampf um Gerechtigkeit

Verlag: Münchner Verlagsgruppe/ Yes Publishing
Hardcover
: 18. November 2025 (1. Auflage)
Umfang: 400 Seiten
Größe: 15,2 cm x 21,8 cm
Alter: 16
ISBN: 978-3-96905-167-2 (Hardcover), 978-3-96905-403-1 (eBook)

Die bewegende Lebensgeschichte von Virginia Roberts Giuffre – der Frau, die den Mut hatte, Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell die Stirn zu bieten.

hatte, Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell die Stirn zu bieten
Virginia Roberts Giuffre wurde weltweit bekannt als die wohl mutigste Stimme unter den Opfern von Epstein und Maxwell: Sie war es, die an die Öffentlichkeit ging und dadurch letztlich beide Serientäter ins Gefängnis brachte. Ihr Foto mit Prinz Andrew besiegelte dessen gesellschaftlichen Absturz. Doch ihre Geschichte wurde nie vollständig und in ihren eigenen Worten erzählt – bis jetzt.

Im April 2025 nahm sich Giuffre das Leben. Sie hinterließ ein Memoir, an dem sie über Jahre gearbeitet hatte, mit dem klaren Wunsch, es nach ihrem Tod zu veröffentlichen.

Mit NOBODY´S GIRL legt Virginia Roberts Giuffre einen Text vor, der sich konsequent zwischen autobiografischer Zeugenschaft und politischer Intervention positioniert. Eine zusammenführende Betrachtung von Kritik und Analyse zeigt, dass sich die Qualität dieses Buches weniger an klassischen literarischen Maßstäben bemisst als an seiner Funktion innerhalb eines gesellschaftlichen Diskurses.

Die narrative Anlage ist strikt chronologisch und folgt der Logik biografischer Rekonstruktion. Diese formale Entscheidung erzeugt zunächst eine gewisse Zugänglichkeit, offenbart jedoch zugleich strukturelle Schwächen. Wiederholungen, abrupte Übergänge und eine begrenzte dramaturgische Entwicklung verhindern eine ästhetische Verdichtung. Aus analytischer Perspektive lassen sich diese Brüche jedoch produktiv lesen. Sie spiegeln die Fragmentierung traumatischer Erinnerung und unterlaufen bewusst die Erwartung eines kohärent komponierten Lebensberichts. Gerade dort, wo das Erzählen ins Stocken gerät, gewinnt der Text an Authentizität.

Der Stil ist von einer auffälligen Nüchternheit geprägt. Giuffre verwendet eine reduzierte, oft parataktische Sprache, die auf literarische Ausschmückung weitgehend verzichtet. Kritisch betrachtet führt dies zu einer gewissen Monotonie und verhindert eine tiefere ästhetische Durchdringung des Materials. Gleichzeitig liegt hierin eine zentrale Stärke. Die sprachliche Zurückhaltung fungiert als rhetorische Strategie, die Emotionalisierung vermeidet und stattdessen die dokumentarische Dimension betont. Das Erzählte wird nicht inszeniert, sondern präsentiert mit einer Eindringlichkeit, die gerade aus der scheinbaren Lakonie resultiert.

Inhaltlich entfaltet das Buch seine größte Wirkung. Die Schilderungen der Erfahrungen im Umfeld von Jeffrey Epstein sind nicht nur als individuelles Trauma lesbar, sondern als Teil eines Systems struktureller Gewalt. Die Analyse zeigt, dass Giuffre ihr persönliches Narrativ gezielt in einen größeren Kontext einbettet. Fragen nach Macht, Komplizenschaft und institutionellem Versagen werden implizit mitverhandelt. Hier überschreitet der Text die Grenzen der Autobiografie und wird zu einem politischen Dokument.

Zugleich bleibt die Selbstreflexion der Erzählinstanz begrenzt. Die Konstruktion des eigenen Ichs bewegt sich zwischen Opferstatus und Selbstermächtigung, ohne diese Spannung vertieft auszuleuchten.
Gerade in dieser Ambivalenz liegt die spezifische Qualität von NOBODY´S GIRL. Als literarischer Text bleibt das Buch in seiner formalen Gestaltung zurückhaltend und teilweise konventionell. Als Zeugnis hingegen entfaltet es eine erhebliche kulturelle und politische Relevanz. Die Verbindung von Analyse und Kritik führt somit zu einer differenzierten Bewertung. Giuffres Werk ist weniger als ästhetisches Kunstprodukt zu begreifen denn als Intervention in einen gesellschaftlichen Aushandlungsprozess. Seine Stärke liegt nicht in der literarischen Innovation, sondern in der insistierenden Sichtbarmachung von Erfahrungen, die lange marginalisiert wurden.

4 von 6 Sternen: ★★★★           Kritik: Michaela Springer

Die Autorin:
Virginia Roberts Giuffre (1983-2025) war Aktivistin und Fürsprecherin für Überlebende von Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung. Sie lebte mit ihrer Familie in Australien.

Das Buch bei der Münchner Verlagsgruppe

Fritz Schindlecker (Autor), Erwin Steinhauer (Autor)
04. So sind wir nicht, oder?
Die aktuelle Psycherl-Analyse

Verlag: Carl Ueberreuter Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag
: September 2026 (1. Auflage)
Umfang: 200 Seiten
Größe: 12,8 cm x 20,5 cm
Alter: o.A.
ISBN: 978-3-8000-7893-6

„Wenn alles zum Weinen ist, dann sollte man darüber lachen.“

Warum sind Milliardäre hierzulande die am besten geschützte Minderheit?
Ist unsere „Volksseele“ tatsächlich gespalten? Geht den Nicht-Geimpften beim Gendern wirklich immer das Geimpfte auf?
Ist der Hausverstand zu den Normaldenkern übergelaufen?

So sind wir nicht! Diesen inzwischen legendären Satz sprach unser HBP nach der Premiere des Films „Herr Strache und die Nichte des Oligarchen auf Ibiza“. Trotz dieses Skandalstreifens ist die FPÖ inzwischen die stärkste Partei in Österreich geworden. Sind wir also so, oder sind wir nicht so?
Um das zu klären, haben sich die Austrologen Erwin Steinhauer und Fritz Schindlecker auf Spurensuche begeben.

Mit SO SIND WIR NICHT, ODER? legen Erwin Steinhauer und Fritz Schindlecker ein Buch vor, das sich bewusst im Grenzbereich zwischen Kabarett, Gesellschaftsdiagnose und literarischer Miniatur ansiedelt. Bereits der Titel markiert das zentrale Spannungsfeld, das reflexhafte Dementi gegenüber allem, was das eigene Selbstbild irritiert oder infrage stellt. Genau hier setzt das Buch an, nicht als systematische Analyse, sondern als satirisch gebrochene Befragung kollektiver Gewissheiten.

Der Text entfaltet sich in pointierten Beobachtungen, dialogischen Splittern und essayistischen Passagen, die weniger auf argumentative Stringenz als auf Wiedererkennung zielen. Im Fokus stehen Denk- und Sprachmuster, Ausflüchte, Beschwichtigungen und moralische Selbstvergewisserungen, wie sie den gesellschaftlichen Alltag ebenso prägen wie den politischen Diskurs. Die angekündigte „Psycherl-Analyse“ versteht sich dabei nicht als Tiefenbohrung im klinischen Sinn, sondern als literarisch verdichtete Momentaufnahme mentaler Befindlichkeiten.

Stilistisch dominiert eine präzise gesetzte Lakonie. Der Humor bleibt trocken, oft beiläufig, mitunter bewusst redundant, Wiederholung fungiert als Mittel der Entlarvung. Darin liegt eine der zentralen Stärken des Buches. Es setzt auf die interpretative Kompetenz seiner Leserinnen und Leser und verzichtet auf erklärende Überdeutlichkeit. Das Komische entsteht weniger aus Anhäufungen von Pointen als aus der Konfrontation mit Denkschemen, die allzu vertraut wirken, um harmlos zu sein.

Inhaltlich ist SO SIND WIR NICHT, ODER? deutlich in einem österreichischen Erfahrungsraum verankert, ohne sich explizit national zu geben. Dialekt, kulturelle Codes und spezifische Mentalitätsmuster dienen nicht als folkloristische Marker, sondern als analytisches Material. Diese Verortung verleiht dem Buch Authentizität, setzt seiner Übertragbarkeit jedoch Grenzen. Wer den kulturellen Resonanzraum nicht teilt, wird manche Schärfe nur abgeschwächt wahrnehmen.

Insgesamt erweist sich SO SIND WIR NICHT, ODER? als intelligente, sprachlich präzise und bewusst unaufgeregte Form der Gesellschaftskritik. Sie setzt auf Ironie statt Empörung und auf Beobachtung statt moralischer Anklage. Gerade darin liegt ihre nachhaltige Wirkung, als literarisches Angebot zur Selbstirritation in einer Gegenwart, die sich allzu gern ihrer Gewissheiten versichert.

5 von 6 Sternen: ★★★★        Kritik: Michaela Springer

Die Autoren:
Erwin Steinhauer, geboren 1951 in Wien, gehört zu den populärsten österreichischen Schauspielern und Kabarettisten. Zahlreiche Soloprogramme als Kabarettist, Film- und Fernsehproduktionen und verschiedene Serien („Der Sonne entgegen“, „Der Salzbaron“, die Trilogie „Die Brüder“ und „Single Bells“).
Zu seinen bekanntesten Rollen zählte die Darstellung des Landgendarmen „Polt“ nach den Romanen von Alfred Komarek.

Fritz Schindlecker, geboren 1953 in Tulln/NÖ, arbeitet seit 1983 als Kabarettautor, Dramatiker und Drehbuchautor.
Er verfasste Sketches, Songs und Mikrodramen u. a. für Lukas Resetarits, Erwin Steinhauer und das Simpl, Boulevardkomödien wie „Der Steuerfahnder“ oder „4 nach 40“, TV-Serien wie z. B. „Novotny & Maroudi“ und „Die Lottosieger“ und die TV-Doku „Morgenland im Abendland“ mit Josef Hader. 2014 erschien sein historischer Roman „Jakob Mustafa“.
2016 und 2017 veröffentlichte er bei Ueberreuter gemeinsam mit Erwin Steinhauer „Wir sind super!“, „Aufgedeckt“ und „Fröhliche Weihnachterl“. Zuletzt erschien 2021 der Titel “Erwin Steinhauer - Der Tragikomiker”.

Das Buch beim ueberreuter Verlag

Der musicalcocktail verlost 2x das Buch bis 23.6.2026 !



 

 

 

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